Marabesh

Das Wüstenjuwel

Marabesh, ein heißes Land, das einer goldenen Decke gleicht, auf der schillernde Juwelen ihrer Entdeckung harren. Prachtvolle Küstenstädte umsäumen die unendlich wirkenden Wüsten, die in ihrem Herzen Tausende ungelöste Geheimnisse verbergen. Von Palmen überschattete Oasen spenden Leben in dem trockenen Land, sind die Heimat der Nomaden, die mit ihren Viehherden umherziehen.
Die goldenen Kuppeln der Städte strahlen weithin sichtbar in der Sonne und demonstrieren den Reichtum der wohlhabenden Marabeshiten. Ihre Basare sind laut und summen vor Lebendigkeit. Fremdartige Töne, exotische Gerüche nach scharfen Speisen und Gewürzen, bunte Farben und glänzendes Metall verwirren die Sinne ihrer Besucher und machen sie zu leichten Opfern für die Diebe, die nur zu gerne in die Taschen argloser Fremder greifen, um ihren Inhalt mit in die Unterwelt Marabeshs zu nehmen, die von rivalisierenden Banden beherrscht wird.
Bettler und Gaukler, Geschichtenerzähler und Musiker, sie alle suchen ihr Glück in der Nähe des Basars und unterhalten die Menschen, die hier zusammengekommen sind, um zu feilschen und zu handeln. Und manchmal wird man gar Zeuge des Herannahens einer Sänfte, in der eine geheimnisvoll verschleierte Schönheit durch die Straßen getragen wird.
Seidene Schleier wehen hinter mit Ziergittern verschlossenen Fenstern und so mancher richtet sehnsüchtig den Blick nach oben, sucht nach den schönen Frauen, die den streng bewachten Harem des Sultans oder eines Emirs bewohnen, ohne jedoch jemals den Einblick zu erlangen, nach dem es ihn verlangt. Doch hinter diesen seidenen Schleiern herrscht keine heile Welt. Es ist das Zentrum von Intrigen und Konkurrenz um die Gunst des Gebieters, des Kampfes um den Rang seiner Favoritin, der Macht über alle anderen Frauen des Harems verheißt.
Und in der Tat, Marabesh ist ein Land, in dem die Männer das Sagen haben und in der eine Frau klug sein muss, um Macht und Einfluss auf den Umwegen zu erlangen, die ihr zur Verfügung stehen. Und so sind die dunklen Mandelaugen, die über den verschleierten Gesichtern in die Welt blicken, niemals zu unterschätzen, denn die meisten Marabeshitinnen verstehen es nur allzu gut, die Fäden des Schicksals auf ihre Weise zu lenken.
Doch Marabesh ist ebenso ein Land des Wissens, in dem unermesslich wertvolle Bücher in riesigen Bibliotheken schlummern und darauf warten, ihre Geheimnisse jenen preiszugeben, die sich in ihre unergründlichen und oftmals bewachten Tiefen wagen. Denn hier findet man nicht nur die harmlosen Schätze, die darauf warten, ihre Weisheit zu teilen. Magische Bücher, brüchige Schriftrollen, die Zauber offenbaren – Werke, die in den verborgenen Gängen der Bibliotheken schlummern und die man vor neugierigen Blicken schützen möchte, lagern in geheimen Räumen, die nur jene finden können, die dazu ausgebildet worden sind. Denn das Wüstenland atmet Magie, steckt voller Wunder und Zauber, deren Ursprung keine Menschenseele mehr kennt.
Manchmal vermag es eine glückliche – oder verdammte – Seele, ein Überbleibsel davon zu finden. Fliegende Teppiche, Lampen, in denen Geister wohnen, die Wünsche erfüllen, Kreaturen, die keines natürlichen Ursprunges sein können. Man munkelt, dass sie einer Welt entstammen, die tief unter der Erde Marabeshs liegt und die vor Urzeiten an ihrer Seite existiert hat. Eine dunkle Schwester Marabeshs, von mächtigen Zauberern beherrscht, die die Menschen in einem zerstörerischen Krieg durch eine List unter die Erde verbannt haben.
Viele der beliebten Geschichtenerzähler vermögen es, die Legenden jener Zeit zu erzählen und in den Köpfen ihrer Zuhörer zum Leben zu erwecken. Denn die Kunst des Erzählens liegt den Marabeshiten im Blut und ein guter Erzähler ist überall ein gerne gesehener Gast, besonders dann, wenn er über die magische Macht verfügt, seine Geschichten in den Flammen eines Lagerfeuers lebendig werden zu lassen.
Marabesh wird von Sultan Alim regiert, der von den Pforten des Himmels aus über sein Land herrscht. Doch der Sultan gilt als schwach und der Tod seiner geliebten Tochter hat dafür Sorge getragen, dass das Bildnis des einstmals starken und weisen Herrschers bei seinem Volk gelitten hat. Keine seiner Frauen hat ihm einen Sohn schenken können und so gibt es keinen legitimen Erben, der nach dem Tod Alims seine Nachfolge anzutreten vermag.
Dieser Umstand hat einen Krieg unter den Emiren des Landes zur Folge, der jedoch nicht mit offenen Waffen, sondern mit Gift, Intrigen und Assassinen geführt wird. Und es wäre keineswegs erstaunlich, wenn auch der Sultan selbst zum Ziel der Anschläge werden würde, um die Lösung des Problems zu beschleunigen. Marabesh steht am Rande eines Krieges zwischen den Emiren, die über die Städte des Landes herrschen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Sturz in die Tiefe beginnt.

Dashat

Dashat, Heimat der sagenumwobenen Pforten des Himmels und Zentrum des Wüstenreiches Marabesh. Von jeher ist der Norden Marabeshs die reichste Gegend des Landes und mit Sicherheit die widersprüchlichste. Denn neben der Trockenheit der unendlich wirkenden Dashatwüste findet man hier den fruchtbarsten Boden des Landes, der für die Versorgung der Marabeshiten unerlässlich ist. Feine Gewürze werden von den Häfen Dashats ausgehend in die ganze Welt verschifft und tragen ihren Teil dazu bei, dass Marabesh keineswegs als armes Land zu bezeichnen ist.
Die Städte Dashats und allen voran die Hauptstadt des Landes, Faridah, die als das Juwel des Südens bezeichnet wird, sind glänzende, an Prunk kaum zu überbietende Metropolen, die jedoch zwei Gesichter besitzen.
So mag das Bild, das ein Besucher von Dashat erlangt, vordergründig von dem Glanz der prächtigen Gebäude geprägt sein, die das Stadtbild beherrschen. Prunkvolle Paläste, Tempel der Sarmadee, riesige Badehäuser, die das gesellschaftliche Leben des Volkes beherrschen und große Bibliotheken – sie alle ziehen unweigerlich die Blicke auf sich, können jedoch nicht dauerhaft von den einfachen Gebäuden aus Sandstein und Lehm ablenken, nicht von den Bettlern, die am Rande der geschäftigen Basare im Schmutz der Straße sitzen. Es ist ein seltsam widersprüchliches Bild, geprägt von dem Gegensatz zwischen dem Leben der Reichen und dem elenden Dasein der Armen.
Insbesondere die Unterwelt Faridahs ist ein deutliches Symbol dafür. Entsprungen aus der Sehnsucht der Armen, am Leben der Reichen teilzuhaben. Die wenigsten Diebe, die die Straßen unsicher machen, die wenigsten Verbrecher, die sich in den Schatten der Nacht bewegen, handeln vollkommen eigenverantwortlich, denn es sind die rivalisierenden Gilden, die die Unterwelt beherrschen und somit zu einer Macht geworden sind, mit der stets zu rechnen ist.
Doch Dashat ist auch die Heimat der Wüstenreiter, jener tapferer Männer und Frauen, die aus dem Nomadenstamm der Fah’dir hervorgegangen sind und von ihrem selbst gewählten Prinzen, Bahir Al-Ahmar, geführt werden. Für die Reichen Marabeshs sind die Wüstenreiter kaum mehr als lästige Diebe, die Karawanen überfallen. Ein Ärgernis, das man sich nur zu gerne vom Hals schaffen würde. Für die armen Marabeshiten jedoch sind die Wüstenreiter wahrhaftige Helden. Die einzigen Menschen, die ihnen helfen, ihr Los zu mildern und die dafür mit ihrer uneingeschränkten Unterstützung rechnen können.
Dashat untersteht grundsätzlich Sultan Alim, doch seitdem der Tod seiner geliebten Tochter den Sultan in tiefe Trauer gestürzt hat, ist es sein Wesir Hameed Al-Baqir, der die Regierungsgeschäfte weitestgehend übernommen hat. Der Wesir ist dem Sultan sicherlich treu ergeben, doch er liebt sein bequemes Leben und ist Bestechungen nicht abgeneigt, wenn sie sich ergeben.

Kaveh

Kaveh, der zweite Arm Marabeshs. Eine gebirgige Gegend, um die sich allerlei Legenden ranken – schließlich soll sich hier der Eingang zur Unterwelt der Geister befinden und die Bewohner Kavehs wissen nur allzu gut um die geheimnisvolle Aura ihres Landes und pflegen diese leidenschaftlich.
Die Menschen Kavehs gelten als wunderlich. Nahezu jeder von ihnen kennt den Stammbaum der eigenen Familie auswendig und kann ihn im Schlaf herunterbeten, bis hin zu den übernatürlichen Familienmitgliedern, derer sich hier alle gerne rühmen. Jede Familie kann auf das Erbe eines berühmten Magiers oder gar eines wahrhaftigen Dschinn zurückblicken, und wenn ein Kind geboren wird, das irgendein seltsames Zeichen aufweist, dann weiß man hier sehr gut, worauf dieses zurückzuführen sein muss. Zu dumm allerdings, dass diese magischen Talente sich im Laufe der Jahrhunderte verloren haben.
Der nicht immer ganz echte Aberglauben der Kavehiten zieht natürlich allerlei magisch interessierte Schatzsucher an, die auf der Suche nach den Hinterlassenschaften der Geister sind und Kaveh versteht es gut, daraus seinen Gewinn zu ziehen. Straßenhändler bieten angeblich magische Relikte an, die genügend präpariert worden sind, um einer oberflächlichen Untersuchung standzuhalten, Feste werden zu Ehren der Geister gefeiert und ziehen Besucher an, die von weit her anreisen, um an einem solchen Spektakel und den Erscheinungen teilzuhaben, die sich hier jedes Jahr abspielen.
Doch es gibt auch einen weitaus bodenständigeren Zweig, der den Kavehiten ihr Einkommen sichert, denn die Gold- und Edelsteinminen Kavehs sind überaus ertragreich und die Schmuckschmiede des Landes stellen wunderbare Schmuckstücke her, die manchmal sogar vollkommen ohne Zauber auskommen.
Emir Hassan Al-Faris verwaltet das Land im Namen des Sultans von der Stadt Yameen aus. Ein grandioser Blender, der einige überzeugende Zaubertricks beherrscht und darüber hinaus in dem Ruf steht, in seinem Harem die schönsten Frauen des Landes zu besitzen.
Genau genommen ist auch dies ein stetiger Anreiz für eine andere Art der Schatzsucher, die sich nur allzu gerne selbst davon überzeugen möchten, dass dieses Gerücht der Wahrheit entspricht. Und ganz gleich, wie gut der Emir seinen Harem bewachen lässt, es gibt immer genügend wagemutige Männer, die sich nicht davon abbringen lassen, die Mauern des Harems zu überwinden.

Aynat

Aynat, das Herz der Stille. Zentrum des Wissens und der Gelehrsamkeit. Man sagt, dass die klügsten Köpfe Marabeshs aus dieser im Süden gelegenen Gegend des Reiches stammen und tatsächlich sind die bedeutendsten Dichter und Denker des Landes seit jeher aus dem Schoße Aynats entsprungen.
Es ist Dareh, die Hauptstadt Aynats, die sich unauslöschbar in das Gedächtnis der Besucher einbrennt, denn die weißen Türme, die Ruhe ausstrahlen, die gepflegten Gärten und die sauberen Wege sind mit keiner anderen Stadt Marabeshs zu vergleichen. Dareh verfügt nicht über das überschäumende Leben Faridahs, nicht über den geheimnisvollen Charme Yameens, doch sie besitzt eine Aura des tiefen Friedens, die man an keinem anderen Ort zu finden vermag.
Schulen und Universitäten vermitteln Wissen und Bildung, während Bibliotheken in ihrem Inneren die Weisheit der Generationen bewahren und für den Suchenden bereitstellen. Tempel Sarmadees ergänzen das Stadtbild, sorgen dafür, dass auch die innere Einkehr und das spirituelle Leben nicht zu kurz kommen.
Doch es ist insbesondere die größte Bibliothek in der Mitte der Stadt, die als die Halle der Weisheit bekannt geworden ist, die Reisende anzieht und die in den Tiefen ihrer unendlich wirkenden Räume jene Bücher verbirgt, die nicht für die Augen der Öffentlichkeit bestimmt sind. Denn hier lagert die größte Sammlung magischer Schriften Marabesh und wer bis zu ihnen vordringen möchte, der benötigt dazu entweder die Erlaubnis des Sultans selbst oder muss die Wachen überwinden, die dafür Sorge tragen, dass kein Unbefugter Einblick in die gefährlichen Schriften erlangt. Denn eines ist sicher – die Werke, die in der großen Bibliothek lagern, können zu einer wahrhaftigen Katastrophe führen, wenn sie in die Hände des Falschen gelangen.
Aynat wird von Emir Samir Al-Abbas regiert, der selbst zu viel Gefallen an den magischen Künsten gefunden hat. Der Geist des Emirs wird seit geraumer Zeit von den Anzeichen des Wahnsinns getrübt, seitdem er selbst Einblick in einige der dunklen Werke erlangt hat, die in der großen Bibliothek lagern und er das prickelnde Gefühl der magischen Energie, die sie verleihen, zum ersten Mal in seinen eigenen Adern gespürt hat.
Diese Zustände, die ihn verwirrt zurücklassen, machen den Emir unberechenbar und die Gerüchte, die ihn als von dunklen Mächten besessen bezeichnen, beginnen langsam und unaufhaltsam durch das Land zu strömen.

Nasheet

Man sagt, dass man keinem Menschen aus Nasheet trauen darf, da Lippen, die von der großen Schlange geküsst worden sind, kein wahres Wort mehr hervorbringen können. Diese dramatische Einschätzung der Nasheiten mag wenig verwunderlich sein, wenn man an den Kult der dunklen Mutter denkt, der sich vor Jahrhunderten in diesem Teil des Reiches gebildet hat. Der Kult der dunklen Mutter widmet sich der Anbetung der großen Schlange und ihrer Tochter Leila, der Königin der Nacht und richtet sich damit direkt gegen Sarmadee und ihre Kirche. Ein blutiger Glaubenskrieg, der Marabesh gespalten hat, war das Ergebnis der Bemühungen dieses dunklen Kultes, der schnellen Machtgewinn, Reichtum und die Erfüllung der tiefsten Sehnsüchte versprach, bis er schließlich zerschlagen wurde.
Doch der Ruf, zwielichtig und von dunklen Motiven geleitet zu sein, ist den Nasheiten erhalten geblieben, ebenso wie die Neigung zur großen Schlange, die im Geheimen noch immer verehrt wird. Besonders Frauen, die sich unterdrückt fühlen und die nach Macht dürsten, wenden sich an den Kult, der im Verborgenen noch immer existiert und ihnen Mittel und Wege verspricht, ihre Ziele zu erreichen.
Und so sind viele der geschickten Schleiertänzerinnen Nasheets in den dunklen Künsten bewandert, die es ihnen erlauben, den Willen all jener zu manipulieren, die in ihre Fänge geraten. Ein besonders prominentes Beispiel einer Kultistin mag die Frau gewesen sein, die man nur als Prinzessin Delilah von Marabesh gekannt hat, und die ihre Macht genutzt hat, um nach der Krone des Landes zu greifen. Es ist kein großes Wunder, dass ihr Andenken unter den Kultisten in Ehren gehalten wird – schließlich war sie die erste Frau in der Geschichte Marabeshs, die beinahe zur Königin des Landes aufgestiegen wäre und die damit sicherlich für eine Weile eine Wende in die männerdominierte Welt des Wüstenreiches gebracht hätte.
Neben seiner dunklen Geschichte ist Nasheet jedoch auch für das Talent seiner Teppichknüpfer bekannt, die die berühmten marabeshitischen Teppiche knüpfen, die in ganz Terra Edea beliebt sind und viele Häuser schmücken. Teppiche aus Nasheet sind weitaus mehr, als ein einfacher Bodenbelag, sie sind ein Symbol für feine Handwerkskunst und die schönsten Muster, die die Marabeshiten jemals hervorgebracht haben.
Nasheet wird von Emir Isam Al-Nur von der Hauptstadt Sahran aus regiert. Kurioserweise ist der Emir ein gutherziger Mann, der Sarmadee treu ergeben ist. Ungewöhnlich für einen Marabeshiten, hat er auf einen Harem verzichtet und sein Herz nur einer einzigen Frau geschenkt. Und ausgerechnet diese Frau ist es, die die Geschicke des Kultes der dunklen Mutter in ihren zarten Händen hält und diesen mit eisernem Willen leitet. Doch obgleich sie nichts weiter wollte, als den Emir mit ihren schwebenden Schleiern und ihrem bezaubernden Tanz zu verführen, um dem Kult zu dienen, kann sich Nadira selbst nicht der Gefühle erwehren, die der edle und rechtschaffene Herrscher im Laufe der Zeit in ihrem Herzen zum Erblühen gebracht hat.

Mezaj

Mezaj. Flächenmäßig klein und beinahe in die Ecke gedrängt, sind es die Bewohner dieses Gebietes, die gerne nach den Sternen greifen und die nach Bedeutung dürsten. Dies hat einige bedeutende Errungenschaften der Mezajiten zur Folge gehabt, die im ganzen Land gerühmt werden.
Eine davon ist sicherlich die Seidenraupenzucht, aus deren Erzeugnissen in Mezaj wundervolle Stoffe gewoben werden und die die Basis für die berühmten Teppiche bildet, die man in Nasheet fertigt.
Auch in der Lederverarbeitung sind die Mezajiten ihren Landsleuten voraus und so gibt es hier wahrhaftige Kunstwerke aus Leder zu bestaunen, die in ganz Marabesh geliebt und geschätzt werden.
Doch damit nicht genug – der Ruf der Mezajiten begründet sich ebenso auf seinen berühmten Waffenschmieden. Vielleicht ist es nicht erstaunlich, dass ausgerechnet dieses kriegerisch eingestellte Volk die besten Klingen des Landes hervorgebracht hat. Angeblich kommt keine Klinge einer Klinge aus mezajitischem Stahl gleich und die Schwertschmiede dieses Landesteiles verstehen es, ihre Waffen auf eine Art und Weise zu verzieren, die dies gleich auf den ersten Blick offenbar werden lässt.
Gemeinsam mit den Schwertscheiden, die mit dem feinen Leder der Gerber überzogen werden, erhält derjenige, der es sich leisten kann, eine unvergleichliche Waffe, die all seine Feinde in Angst und Schrecken zu versetzen vermag.
Doch auch die friedliche Dichtkunst steht bei den Mezajiten hoch im Kurs und besonders beliebt sind die Geschichten über tapfere Helden und ihre ruhmreichen Taten, die gerne in den Abendstunden erzählt werden und die hier jedes Kind kennt.
Allerdings besitzt Mezaj auch düstere Flecken und im Herzen der Hauptstadt Rayat haben sich die Klingen der Nacht formiert, eine Assassinengilde, deren Ruf die ganze Unterwelt Marabeshs erschüttert hat. Besonders pikant mag hierbei die Tatsache sein, dass die Gilde im Geheimen keinem anderen als dem Emir Bassam Al-Fahd untersteht. Einem dunklen und geschickten Krieger, der seine sehnsuchtsvollen Blicke nach Faridah zu den Pforten des Himmels gelenkt hat.