Die Marabeshiten

Die Marabeshiten sind, von den Stadtbewohnern bis zu den Nomaden, ein zähes und stolzes Volk, das viel auf seine Ehre gibt und jede Verletzung eben dieser mit einem schnellen Säbel und einem kalten Aufblitzen in den Augen beantwortet.
Ein Marabeshit würde eher sterben, als ohne seine Ehre zu leben und so wird es bei diesem Volk oft als der letzte Ausweg angesehen, sich selbst das Leben zu nehmen, wenn es gilt, sich von der Schande reinzuwaschen.
Bei den Marabeshiten gilt normalerweise die Regel, dass Frauen ihre Gestalt zu verhüllen haben und so sieht man von ihnen wenig mehr als nur die Augen, wenn sie sich auf offener Straße bewegen. Alles in allem haben Frauen hier nur wenige Rechte, wenn sie nicht gerade der Priesterschaft Sarmadees dienen und fristen ihr Leben oftmals als Ehefrau in einem Harem oder als treusorgende Mutter von mehreren Kindern, die dafür Sorge trägt, dass es ihrer Familie an nichts fehlt.
Oft sagt man den Marabeshiten nach, dass sie goldgierig sind und man sieht in ihnen die verschlagenen Händler mit den blitzenden Goldzähnen oder die stolzen, tapferen Söhne der Wüste. Der normale Marabeshit besitzt bronzefarbene Haut, schwarzes Haar und dunkle Augen, während andere Farben hier extrem selten sind.
Die Adeligen kleiden sich gerne in leuchtende, bunte Stoffe, wobei die Frauen, die sich auf der Straße bewegen normalerweise eher gedeckte Farben tragen. Das gemeine Volk bevorzugt Farben wie Schwarz, Weiß und Grau und sticht dabei nicht aus der Masse heraus, trägt einfach geschnittene, weite Kleidung.

Die Fah’dir

Die Fah’dir, die ruhelosen Nomaden aus der Dashatwüste, aus der die gefürchteten Wüstenreiter unter Prinz Bahir hervorgegangen sind. Dieses Nomadenvolk züchtet die wohl besten Pferde des ganzen Landes, stolze und edle Rösser, die schöner und ausdauernder sind als jedes andere Pferd und problemlos die Härten der Wüste überwinden und am Ende eines Raubzuges die Beute und ihren Reiter tragen können.
Das Volk der Fah’dir zieht durch die Dashatwüste und stellt seine Zelte an den Oasen und Weideplätzen auf, um das Überleben ihrer Frauen und Kinder zu ermöglichen. Die Zeltstädte dieses Volkes können schnell abgebaut werden und scheinen oft über Nacht an einem anderen Ort wiederaufzuerstehen, um Mensch und Tier ein neues Zuhause zu bieten. Besonders die großen Schaf- und Rinderherden sind dabei für ihre Existenz wichtig und es ist oft nicht einfach, einen Ort zu finden, der sie ernährt, wenngleich es keinen kompetenteren Führer durch die Trockenheit der Wüste gibt, als einen Fah’dir.
Die Fah’dir besitzen die Fähigkeit, Legenden und Geschichten im Schein des Lagerfeuers lebendig werden zu lassen und so hat dieses Volk große Sänger und Erzähler hervorgebracht. In der Nacht versammelt sich oft das ganze Volk in der Mitte des Lagers, um ihren Geschichten zu lauschen und sich dabei von den Anstrengungen des Tages zu erholen.

Die Zair

Die Zair sind jenes Nomadenvolk, das sich in der Leere der Mezajwüste angesiedelt hat und hinterlassen auf den ersten Blick den Eindruck harmloser Schafhirten, die sich um ihre Herden kümmern. Doch dies täuscht lediglich über die wahre Natur dieser starken und grausamen Krieger hinweg, die ihr Land mit ihrem Säbel und ihrer Kraft verteidigen und schützen.
Die Zair sind an den Tätowierungen von den Fah’dir zu unterscheiden, die sich über ihre Gesichter ziehen und diese furchterregend und dunkel wirken lassen, oftmals den Anschein vermitteln, als stammten ihre Augen aus den Tiefen der Hölle.
Ähnlich wie die Fah’dir, leben auch die Zair in Zeltstädten, die sie abbauen können, wenn es nötig ist und ziehen ebenso ruhelos durch die Wüste, um die fruchtbarsten Orte zu finden, die für ihre Schafe dienlich sind. Dabei kam es schon öfter zu Gefechten mit den Fah’dir, die den verschlagenen Zair nicht über den Weg trauen und sehr vorsichtig sind, wenn sie mit einem dieser dunkel gekleideten Männer zusammentreffen.
Die Frauen der Zair sind nicht weniger wehrhaft und stolz, vermeiden jedoch Tätowierungen im Gesicht, während ihre Körper davon übersät sind und anzeigen, wie hoch ihre Stellung bei ihrem Volk ist. Man sagt den Zair nach, dass ein Mann ihres Volkes für jeden Mann, den er getötet hat, ein Zeichen auf dem Körper besitzt, das dessen Seele beinhaltet und wer einen Zair jemals aus der Nähe betrachtet hat, glaubt wohl nur zu gerne, dass dieses Gerücht den Tatsachen entspricht.