Die Magie Marabeshs

Marabesh war seit jeher ein Land, in dem die Magie einen besonders großen Stellenwert besessen hat und so ist es kein großes Wunder, dass sie hier mehr als nur eine Spielart aufweist. So beherrschen viele Marabeshitinnen die dunkle Magie des Schleiertanzes, die sich direkt auf die Männer auswirkt und sie zu ihren willenlosen Spielzeugen macht.
Ein Mann, der unter dem Bann einer Schleiertänzerin steht, kann sich ihren Wünschen nicht mehr erwehren und ist daran zu erkennen, dass sein Blick leer wirkt, wenn er sie betrachtet. Es ist die einzige Macht, die Frauen über die Vorherrschaft der Männer zu erheben vermag.
Der Schleiertanz wird, ähnlich wie die Magie der Toregen, die mit ihr verwandt ist, über die Bewegungen des Tanzes gewirkt, benötigt dazu jedoch die Schleier als Werkzeug, die eine hypnotische Qualität besitzen und den direkten Blickkontakt der Magierin mit ihrem Opfer, wenn sie ihm Befehle erteilt.
Zwar ist es möglich, auch Frauen in den Bann des Schleiertanzes zu ziehen, allerdings ist dies um ein Vielfaches schwerer zu bewerkstelligen und kostet zu viel von der magischen Kraft, als dass es allzu oft angewandt wird.
Die Fah’dir wiederum, sind stark mit dem Land verbunden und beziehen ihre Macht daraus, besitzen ihre Erzähler und Sänger, die Bilder im Feuer entstehen lassen können und dort Ereignisse sichtbar machen, von denen sie erzählen oder singen.
Allerdings ist dies nicht ihre einzige Macht, denn sie sind ebenso dazu in der Lage, den Wüstensand aufzupeitschen, mit ihrem Gesang Stürme zu beschwören und das Land gegen ihre Feinde aufzubringen, wenn sie von ihnen bedroht werden. Sie vermögen es, selbst Wasser in der Mitte einer Wüste hervorzubringen und es zu einem reinigenden, heilenden Quell zu machen, aus dem sogar eine Oase entspringen kann. Die Macht eines Fah’dir Magiers ist furchterregend wie eine Naturgewalt, sobald er seine Stimme erhebt und eines der uralten, geheimen Lieder seines Volkes intoniert.

Die Heilerinnen der Sarmadee

In Marabesh mag es zwar einige Spielarten der Magie geben, doch die Heilkunst übertrifft sie in ihrer Wichtigkeit um ein Vielfaches. Hier ist keine wirkliche Magie im Spiel, denn Sarmadee, die Göttin der Marabeshiten, schenkt jenen ihrer Töchter, die ihr Leben dem Dienst an ihr widmen, die göttliche Macht des Heilens.
Eine Marabeshitin, die eine lange Ausbildungszeit im Tempel der Sarmadee absolviert hat und sich dem geistigen Leben hingegeben hat, ist am Ende dieser Zeit dazu in der Lage, durch ihre Gebete Wunden zu heilen und Krankheiten zu lindern, kann Gifte aus einem Körper ziehen und Knochen wieder zusammenwachsen lassen.
Die Heilerinnen der Sarmadee sind, wenn sie sich auf der freien Straße bewegen, zumeist in rein weiße Kleider gekleidet und bedecken ihr Haar züchtig mit einem weißen Schleier. Die Sonne Sarmadees hängt an einer Kette um ihren Hals, findet sich jedoch auch als Tätowierung auf dem linken Schulterblatt, wodurch eine Heilerin, die diesen Weg vollendet hat, immer erkennbar bleibt, ohne sich vor dem Auge Sarmadees verbergen zu können.
Innerhalb der Tempelmauern legen die Priesterinnen den Großteil der verhüllenden Kleider ab und bewegen sich in leichten Gewändern, die ihre Körper darunter erahnen lassen.

Die Heilerinnen der Sarmadee entsagen normalerweise der Männerwelt, da sie sich allein dem Dienst an ihrer Göttin widmen, können jedoch davon befreit werden, wenn dies ihr tiefster Herzenswunsch ist. Allerdings schwächt dies ihre Kräfte sehr stark, obgleich sie natürlich trotzdem ihr Wissen über Kräuter und Tinkturen behalten, Medizin herstellen können und im Grunde die Fähigkeiten eines Arztes besitzen.