Terrano

Das Land der Malerhexen

Terrano, das Land der Artiste und der fünf mächtigen Fürsten, die es unter sich aufteilen, besitzt durch seine Lage am Ozean von Khalidea ein angenehm mediterranes Klima und ist ausgesprochen fruchtbar, was seinen Bewohnern ein angenehmes Leben ermöglicht.
Schon von jeher werden die fünf Teile, Ariezza, Serrina, Orsanto, Aliora und Arnola von einer der fünf großen Blutlinien regiert, in deren Adern reines Artistablut fließt. Kleinere Blutlinien spalten sich von ihnen ab, sind jedoch nicht rein und stark genug, um einen der fünf Fürstenthrone des Landes zu besetzen, sondern müssen sich mit der Position des ihnen untergebenen Adels zufriedengeben.
Im Grunde besitzen die fünf Fürsten Terranos die volle Gewalt über ihr Fürstentum, ohne dass sie sich für ihre Politik rechtfertigen müssten, selbstverständlich bedeutet dies aber nicht, dass sie sich nicht gegenseitig nach dem Land trachten würden, um ihr Einflussgebiet zu erweitern. Spannungen unter den Fürsten sind an der Tagesordnung, Spionage keine Seltenheit.
Doch Terrano besteht nicht nur aus einem Streit zwischen den Fürsten, Intrigen und dunklen Geheimnissen. Es ist auch ein Land, in dem Kultur und Kunst besonders groß geschrieben werden, was wohl nicht verwunderlich ist, wenn man an die gefürchteten Malerhexen denkt, die durch ihre Bilder Magie wirken.
Die Landschaft Terranos mit dem blauen Meer, den sanften grünen Hügeln, aber auch den hohen Gebirgen, ist abwechslungsreich und besitzt eine ganz eigene Aura, die von dem Duft nach Olivenbäumen und Orangenbäumen abgerundet wird, die sich mit der Meeresbrise verbinden.
Große Marmorstatuen und die prachtvollen Villen, die an die prächtige Vergangenheit dieses stolzen Landes erinnern, machen die Städte des Landes zu einem besonderen Blickfang, der von den großen Brunnen und den Plätzen, an denen die Bevölkerung zusammenkommt, abgerundet wird.
Doch Terrano besitzt nicht nur die für jeden sichtbare Seite mit den freundlichen Landsleuten, die Fremde gerne in ihrem Lande begrüßen, sondern auch die dunkle, geheimnisvolle Aura, wenn sich die Nacht über das Land gelegt hat und sich das Leben der Reichen und Schönen in den Ballsälen abspielt, Intrigen gesponnen und Gift verteilt werden, um sich einen Vorteil im Spiel um die Macht zu sichern.
Die Terrano mögen stolz und voller Temperament sein, doch ebenso sind sie auch kühl, bedacht und vorsichtig, haben das Misstrauen zu einer Kunstform erhoben, denn man weiß nie, wer ein verborgenes Messer aus seinem Ärmel zaubern wird, wenn es an der Zeit ist.
Sowohl die Männer als auch die Frauen scheinen ihr wahres Gesicht stets hinter einer unsichtbaren Maske zu verbergen, die jede Emotion versteckt und dies gilt nicht allein für die Kurtisanen, die ihr Antlitz tatsächlich hinter gefiederten Masken und Fächern verstecken.
Kein Terrano wird sich einfach beleidigen lassen, ohne zumindest den Übeltäter zu einem Duell herauszufordern, um seine Ehre wiederherzustellen und so ist es die Klingenkunst, für die die Terrano weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt sind.

Ariezza

Ariezza ist das südlichste Fürstentum Terranos und damit auch jenes, das am stärksten von den Handelsbeziehungen zu Marabesh beeinflusst worden ist und von ihnen profitiert. Dieser Einfluss wird in vielen Elementen sichtbar, die Ariezza von den anderen Fürstentümern abheben, sei es allein in der Architektur, die oft an Marabesh erinnert.
Seine Hauptstadt, Porto di Fortuna, ist der Mittelpunkt für alle Händler Terranos, da sie es ermöglicht, schnell auf den Ozean von Khalidea hinauszugelangen und von dort aus nahezu jedes andere Land mühelos zu erreichen.
Dies gilt natürlich auch für die Waren, die Porto di Fortuna aus dem Ausland erreichen, und somit findet man hier beinahe alles, was das Herz begehren könnte. Den Menschen Porto di Fortunas ist nichts fremd und viele Fremde mischen sich unter die Einwohner des Fürstentums, haben die Stadt im Süden zu ihrer Heimat erklärt.
Schon seit frühester Zeit wird das Fürstentum von der umstrittenen Santorini Familie regiert und auch jetzt sitzt ein Angehöriger dieser Familie auf dem Fürstenthron. Andrea Luca Santorini ist der neue Fürst dieses Landes, nachdem er seinen Onkel, den tyrannischen Fürsten Pascale Santorini, in einem Duell auf Leben und Tod besiegt, und somit selbst die Herrschaft übernommen hat.
Er regiert von Porto di Fortuna aus über Ariezza und trägt Sorge dafür, dass es niemals mehr zu den Zuständen kommt, die das Land unter dem grausamen Pascale erdulden musste, den man in Terrano als den gefährlichsten Santorinifürsten kennengelernt hat, der jemals den Thron des Palazzo Santorini besetzt hat.
Seit der Gründung der Blutlinien war Ariezza mit Orsanto verfeindet, doch momentan scheint diese Feindschaft zu ruhen, hat Beatrice Santi doch ganz persönliche Gründe, den neuen Fürsten auf dem Thron zu begrüßen und es ist ein offenes Geheimnis, dass die mächtige Artista mit ziemlicher Sicherheit die Fäden gezogen hat, die zu Pascales Fall geführt haben.
Ariezza ist zwar ein Land, das sehr stark durch den Handel dominiert wird, aber dennoch werden hier feine Weine angebaut und es gibt genügend Bauern, die es vermögen, das Fürstentum auch ohne die Handelsgüter von außen zu ernähren. Trotzdem ist es ein Fakt, dass man in Ariezza gerne exotische Speisen zu sich nimmt und sich einer besonders abwechslungsreichen Speisekarte erfreut.
Ariezza ist zudem als die Heimat der Kurtisanen bekannt, jener Frauen, deren Handwerk stets von einer Meisterin gelehrt wird, und die an der Seite der mächtigsten Männer Terranos stehen, eine schön anzusehende Macht hinter Masken, die man niemals unterschätzen sollte. Versiert in der Liebeskunst und im Gebrauch von Giften, sind sie das Gegenstück der Artiste, die oftmals zu sehr gefürchtet werden, um das Vertrauen ihrer Ehemänner zu genießen. Eine Kurtisane füllt diese Lücke, ist gleichsam Vertraute, wie auch Liebhaberin – weniger gefürchtet als eine Artista, jedoch kaum weniger gefährlich.

Orsanto

In der direkten Nachbarschaft Ariezzas liegt das Fürstentum der Familie Santi, das momentan von der Artista Beatrice Santi, die als die mächtigste Artista gilt, die jemals gelebt hat, regiert wird. Orsanto lebt vor allem von den exquisiten Weinen, die hier hergestellt werden, und ist ebenso für den feinen Marmor der Marmorsteinbrüche, wie auch für die großen Künstler bekannt, die hier ihren Ursprung haben.
Besonders die Hauptstadt Chiasaro, die den geheimnisvollen Palazzo Santi aus schwarzem Marmor beherbergt und sich an einen smaragdgrünen Weinberg schmiegt, ist als Künstlerstadt bekannt geworden und Signora Santi hat einiges für die Förderung junger Künstler getan, wobei sie ein besonderes Augenmerk auf die Bildhauer gelegt hat.
Ihr Palazzo stellt ein interessantes Sammelsurium der unterschiedlichsten Kunstwerke dar und es ist nicht bekannt, ob sie sich selbst dafür verantwortlich zeigt, oder diese Bilder von einem anderen sehr begabten Künstler stammen mögen, den sie gefördert hat.
Aber auch sonst findet man ebenso auf offener Straße, wie auch in den Gärten Orsantos, vielerlei bildhauerische Kunstwerke, die den Blick unweigerlich auf sich ziehen. Es gehört für den Adel zum guten Ton, junge Künstler zu fördern, und so ist die Konkurrenz unter den Anwärtern auf die Position des neusten Sterns über Orsanto sehr hart umkämpft. Besonders in Chiasaro macht sich dies oftmals bemerkbar und so mancher ist sich nicht zu schade dazu, einen Konkurrenten mit allen Mitteln zu beseitigen, oder seinem Ruf zu schaden.
Die Bevölkerung Orsantos ist jedoch das genaue Gegenteil ihrer geheimnisvollen und gefürchteten Herrscherin, denn hier lebt ein offenes, neugieriges Völkchen. Man spricht gerne dem Wein zu, der hier produziert wird, und es ist kein ungewöhnlicher Anblick wenn auf einem der Dörfchen Orsantos eine kleine Feier stattfindet, zu der jeder eingeladen ist und die dann meist feucht fröhlich in den frühen Morgenstunden endet.

Arnola

Das Fürstentum Arnola ist noch immer tief in der glanzvollen Vergangenheit Terranos verwurzelt, ist hier doch auch die ehemalige Hauptstadt eines wahren Weltreiches, Tibera, zu finden, die noch viele Monumente der Vergangenheit beherbergt, die zwar oftmals verfallen sein mögen, doch noch immer eine unglaubliche Erhabenheit besitzen. So erfreut sich das alte Colosseum vieler ungläubiger Blicke, während alte Tempel von längst vergessenen Göttern erzählen und sich auf ihren Marmorsäulen hoch in die Lüfte erheben.
Es ist kein Wunder, dass die Bewohner Arnolas sich oftmals für etwas ganz Besonderes halten und ihre Nasen ein wenig höher tragen, als der gewöhnliche Terrano. Die Gesichter der Bewohner dieses Fürstentumes besitzen noch immer ein besonders aristokratisches Profil, was wohl daher rührt, dass man in Arnola sehr darauf bedacht ist, das Blut rein zu erhalten und sich selten mit Außenstehenden verbindet.
Im Grunde kann man behaupten, dass Arnola ein wenig in der Vergangenheit lebt und dies wäre auch keineswegs übertrieben, denn man weiß hier sehr genau, dass diese Vergangenheit viele Besucher anzieht, die das nötige Kleingeld mit sich bringen, um den Reichtum des Landes zu ermöglichen.
Auch der Glaube an Edea hat in Arnola seine Hochburg und so steht die Kathedrale Santa Magdalena del Fiore als Vorbild für alle Kathedralen dieser Welt und als ein besonders heiliger Ort in Tibera.
Arnola, das an Mondiénne grenzt, wird von der Familie Mantegna regiert, deren momentanes Oberhaupt, Fürst Lorenzo, ein Auge auf die Entwicklung seines Fürstentumes hat und immer versucht, es für Besucher noch attraktiver zu machen.
Wenn dies durch einen sensationellen Fund aus der Vergangenheit gewährleistet werden kann, so ist ihm das schon lange Recht und so findet er stets etwas, um Wissenschaftler in sein Fürstentum zu ziehen und schickt auch gerne die selbigen aus, um ihm einen besonderen Fund zu bringen, der sich gewinnbringend vermarkten lässt.

Serrina

Serrina, das Fürstentum der Vestini, hat sich seit jeher einen Namen als Ursprungsort der Oper gemacht und so ist hier alles darauf ausgerichtet, junge Musiker anzuziehen und das eine oder andere Talent zu entdecken, das würdig ist, in der großen Oper der Hauptstadt Sanoria zu singen. Selbstverständlich profitiert das Fürstentum dabei von der Nähe zu Mondiénne und zu Falkenland, die beide Ausnahmetalente hervorgebracht haben und gewisse Auswirkungen auf die Mode und die Bevölkerung des Landes besitzen.
In Serrina haben sich die Völker Eldareas miteinander vermischt, was oft für neue Impulse sorgt und auch dafür, dass man hier die Mode macht. Schließlich ist dieses Fürstentum auch für seine außergewöhnlichen Schneider berühmt, deren Schnitte etwas gewagter sind und bei denen der Adel aus allen Ländern seine neue Garderobe, von dem Mieder, bis zu den Schuhen, einkauft.
In letzter Zeit ist Serrina allerdings ein wenig ins Gerede gekommen, denn seitdem bekannt geworden ist, dass die rechtmäßige Fürstin des Landes, Fiora Vestini, noch immer am Leben ist und zwei Töchter zur Welt gebracht hat, die in dem richtigen Alter sind, um den Platz ihrer Mutter einzunehmen, ist Fürst Battista Vestinis Anspruch auf den Thron seiner Schwester von vielen infrage gestellt worden. Battista Vestini ist kaum beliebt, gilt als verschlagen und auf seinen Vorteil bedacht, was für das Volk, das Fiora Vestini als Fürstin geliebt und geschätzt hat, ein Grund ist, seinen Fall herbeizusehnen.
Natürlich ist dies dem Fürsten, der die Privilegien nun schon so lange genossen hat, ein Dorn im Auge, und er würde gerne alles tun, um die beiden jungen Frauen unschädlich zu machen, damit sein Thronanspruch gewahrt bleibt.
Es gibt Gerüchte, dass er dazu einige Gespräche mit den anderen Fürsten Terranos und mit Heloise von Mondiénne geführt hat, was für Ariezza Grund zur Beunruhigung gibt. Speziell ein Bündnis mit der launenhaften Königin von Mondiénne, könnte eine Bedrohung darstellen, deren Auswirkungen schwer abzuschätzen sind.

Aliora

Aliora, das Fürstentum der Fürstin Alessandra Barile, einer Konkurrentin Beatrice Santis, die zu ihrem größten Bedauern weitaus stärkere Kräfte besitzt, als sie selbst, ist die Kornkammer des Landes. Denn ohne den Ackerbau und die Viehzucht, die die hiesigen Bauern auf dem fruchtbaren Boden betreiben, wäre Terrano stärker auf die Hilfe von anderen Ländern angewiesen, als es ihm lieb sein kann.
Alessandra weiß um diesen Vorteil und versteht es, ihn gewinnbringend für sich selbst zu nutzen, obgleich Aliora auch für seine Goldschmieden und ihre feinen Arbeiten bekannt und berühmt geworden ist.
Hier wird der feinste Schmuck Terranos hergestellt, denn Aliora verfügt über reiche Gold- und Edelsteinmienen und noch dazu über sehr fähige Handwerker, die diesen Vorteil zu nutzen wissen. Insbesondere die mit Edelsteinen geschmückte Hauptstadt Mileno, wird dabei gerne von jenen aufgesucht, die etwas ganz Besonderes für sich selbst suchen, oder ein ebensolches Schmuckstück verschenken möchten.
In ihrer handwerklichen Kunstfertigkeit kommen die Aliorer dabei den Falkenländern sehr nahe, wodurch man oft behauptet, dass in ihren Adern falkenländisches Blut, vermischt mit der künstlerischen Fertigkeit der Terrano fließt, und so zu wahrer Perfektion gelangt ist – nicht jeder Aliorer hört dies jedoch gerne.
Aliora liegt zwischen Arnola und Ariezza, was sich positiv auf das Fürstentum auswirkt, denn die Besucher Arnolas vollenden ihren Aufenthalt gerne mit einem kleinen Einkauf in Aliora, während der Adel Ariezzas die feinen Schmuckstücke ebenso zu schätzen weiß und Aliora dafür an seinen Handelsgütern teilhaben lässt.
Alles in allem könnte es dem Fürstentum also kaum besser gehen, sehr zur Freude seiner Fürstin, die den Reichtum Alioras geschickt zu mehren weiß und dabei ihre Tochter, Chiara, alles lehrt, was sie als künftige Fürstin des Landes wissen muss.
Doch noch immer schmerzt es Alessandra, dass Andrea Luca Santorini eine Kurtisane zu seiner Auserwählten deklariert hat, denn nur zu gerne hätte sie den schmucken Terranofürsten an der Seite ihrer Tochter gewusst, um die beiden Fürstentümer zu vereinen und Alioras Einfluss in Terrano zu stärken.