Die Magie des Klangs

Musik besitzt Macht, das weiß ein jeder, der die zauberischen Stimmen Mondiénnes oder der Fah’dir Magier vernommen hat. Doch nicht allein der Stimme kann Magie innewohnen, auch ein Instrument, das meisterhaft gespielt wird, vermag es, all diejenigen, die es zu hören bekommen, in seinen Bann zu schlagen.
Und dies ist das magische Talent der Vhardhari, das besonders in der Region Nhandharas sehr stark ausgeprägt ist. Ein Vhardhari, dessen Hände diese zauberischen Klänge hervorbringen kann, ist dazu in der Lage, seine Zuhörer zu verzaubern, sie in eine Trance zu versetzen, die sie Dinge tun lässt, die sie aus freien Stücken niemals wagen würden.
Und dabei ist es gleich, ob er Mensch oder Tier damit verzaubert. Der Klang einer Sitar, das leise Lied einer Flöte, sanftes Trommeln auf der Tabla, das sich mit dem Herzschlag des Zuhörers vermischt, sie alle vermögen es, diese hypnotische Macht zu entfalten, die jenen, der in ihren Bann gerät, nach ihren Befehlen handeln lässt, ihn so lange traumwandlerisch durch das Leben gleiten lässt, bis er seine Aufgabe erfüllt hat.
Die Magie des Klangs wird streng geheim gehalten, ist nur jenen bekannt, durch deren Adern das magische Talent fließt. Kein Vhardhari, der die Magie des Klangs besitzt, kann sich dagegen wehren, alle von ihnen werden früher oder später in den Bann des ihnen bestimmten Instruments gezogen und von einem Meister entdeckt, der ihn damit umzugehen lehrt und in die Lehren des magischen Klanges einweist.
Dabei existieren geheime Schriften, Aufzeichnungen darüber, in welchen Familien das Talent entdeckt worden ist, welche Eltern die Magie in ihren Adern an ihre Kinder vererben könnten. Ein wahres Netzwerk der Meister des Klangs zieht sich durch das Land, verborgen und nur an einem geheimen Zeichen zu erkennen, einem schmalen Ring mit dem Kopf einer rubinäugigen Schlange, der sich um ihren Finger windet.