Falkenland

Das Land der Märchen

Falkenland gilt nicht umsonst als das Land der Märchen und Legenden. Wer sich dieses uralte Land mit den tiefen, kristallklaren Seen, den dichten Wäldern, hohen Gebirgen und rauschenden Gebirgsflüssen näher ansieht, der kann sich nur zu gut vorstellen, dass an diesem Ort Märchen wahr geworden sind und alte Waldgeister unter den hohen Tannen wandeln.
Die Bevölkerung des Landes ist ein eigentümliches, traditionsbewusstes Volk, das von König Heinrich V., dem Falken, regiert wird, der diese Position von seinem Vater Georg III. geerbt hat. Schon seit Jahrhunderten herrscht das Geschlecht des Falken unter dem roten Wappen über das Land. Alle Könige dieses Geschlechtes waren stets starke, herausragende Krieger, die ebenso starke Nachkommen gezeugt haben, die große Kriege ausgefochten und gewonnen haben.
Die Falken verbindet schon seit Urzeiten eine Rivalität mit dem Geschlecht des Wolfes, die sich mittlerweile zu einer wahrhaftigen Feindschaft ausgewachsen hat. Aber solange Heinrich von seiner Elitegarde, den Falken, unterstützt wird, allesamt gut ausgebildeten Soldaten mit einigen speziellen Fähigkeiten, sollte es schwer werden, den König zu stürzen und den Thron zu beanspruchen.
Falkenland ist in ein Lehnssystem gegliedert, das zwar keineswegs dem modernsten Stand entspricht, aber dennoch gute Dienste für das Volk leistet. Dabei existieren vier große Fürstentümer, die wiederum dem König unterstehen: die Länder des Falken, die Länder des Wolfes, die Länder des Adlers und schließlich die Länder des Drachen, die alle von dem jeweiligen Geschlecht beherrscht werden.
Aber die Falkenländer sind nicht nur für ihr Traditionsbewusstsein bekannt geworden, sondern auch für ihre überlegene Handwerkskunst, die sie Erzeugnisse von großer Schönheit hervorbringen lässt, die in allen Ländern Terra Edeas begehrt sind. Hier mag es nicht die neuste Mode geben, doch die Kleider sind gut gearbeitet und besitzen etwas Eigenes, das sie stets wohltuend von der üblichen Mondäner Mode abhebt.
Am Abend mögen es die Falkenländer, gemütlich in ihren Häusern zu sitzen und am Kaminfeuer Märchen zu erzählen. Es ist nicht unüblich, dass eine Familie ein Buch mit eigenen, gesammelten Geschichten besitzt, das von Generation zu Generation weitergegeben und fortgeführt wird. Schließlich gibt es hier viele Legenden, die sich zu erzählen lohnen. Und wer weiß, vielleicht entdeckt man tatsächlich einen Wichtel, wenn man durch den Wald wandert, oder erblickt die schöne Nixe Alirande, die ihr Lied hoch oben auf dem Felsen über dem Klarwasser singt und damit die Seeleute in ihr Verderben lockt.
In Falkenland folgt ein Großteil der Bevölkerung den Lehren des Bruder Antonius. Es wird ungern gesehen, wenn man der alten Lehre Edeas folgt und es gibt kaum Kirchen für sie in dieser Urform. Dies mag im Allgemeinen daran liegen, dass Frauen hier die traditionellere Rolle als Hausfrau und Mutter einnehmen und Falkenland im Großen und Ganzen von den Männern dominiert wird. Natürlich gibt es hier aber wie stets Ausnahmen zu dieser Regel.
Für Wissenschaftler und Archäologen bietet dieses Land jedoch noch einen ganz anderen Reiz. Man sucht noch immer nach dem Schatz der Völsinger, jenem alten, sagenhaften Geschlecht, das in dramatischen Märchen und Legenden besungen wird und das für die Falkenländer eine sehr große Rolle spielt, waren sie doch die Gründer dieses Landes. Dazu durchkämmen sie jeden Wald und feiern jede neu entdeckte Ruine der Völsinger als bemerkenswerten Fund.
Im Allgemeinen glaubt man, dass das Reich der Völsinger in den Fluten des Klarwasser versunken ist, doch ob dies der Wahrheit entspricht und ob es hier tatsächlich Drachen gibt, wie die alten Märchen erzählen, muss wohl erst noch bewiesen werden. Sollte dies aber der Wahrheit entsprechen, dann ist Falkenland genau das richtige Land, um nach ihnen zu suchen. Denn vielleicht schlummert der große Drache Fharold tatsächlich irgendwo im Eisengebirge und wartet nur darauf, wiederzukommen und die Ordnung in dem Land wiederherzustellen, sobald ein unrechtmäßiger König auf dem Thron sitzt. Zumindest verspricht dies die alte Legende.

Die Lande des Schwans

Die Lande des Schwans waren schon seit jeher ein Märchenreich, das seinesgleichen gesucht hat und in dem die alten Märchen und Legenden schon immer eine besondere Bedeutung besessen haben. Fürstin Helene, die einzige Frau unter den Fürsten des Falkenlandes, die diese Position durch ihr diplomatisches Geschick erlangt hat, leitet die Geschicke ihres Reiches von der weißen Schwanenburg aus, die sich einst in dem Besitz der Schwanenprinzessin selbst befunden haben soll und hat einige Arbeit damit, sich als Frau gegen die anderen Fürsten durchzusetzen.
Schönbrunn ist die wohl schönste Stadt des Falkenlandes und Helene tut alles dafür, dass dieser Ruf gewahrt bleibt, fördert die schönen Künste, so gut sie es vermag und versucht dabei, ihre Position so zu gestalten, dass sie ihr keiner mehr nehmen kann.
Viele Besucher kommen hierher, um einmal selbst durch die uralten, dunklen Wälder mit ihren Burgruinen zu wandern und so ist das Verkaufen von Andenken eine sehr beliebte Art, um seine Goldblätter zu verdienen.
Sogar eine Oper wird mittlerweile in Schönbrunn erbaut, damit es für die Besucher noch attraktiver wird und zudem sind die Lande des Schwans für die gute Küche weit über die Grenzen des Reiches hinaus bekannt geworden. Außerdem trägt Helene dafür Sorge, dass Gerüchte über Fabelgestalten, die unter den Tannen des Freisteinwaldes gesehen worden sein sollen, in Falkenland verbreitet werden und noch mehr zahlungswillige Gäste in das Land tragen.

Die Lande des Drachen

Die Lande des Drachen waren einst das legendäre Reich der Völsinger, deren großer Held Gunthar als König über dieses von Wasseradern durchzogene Land geherrscht haben soll, das für seine Weinberge und das milde Klima, sowie für die prachtvolle, grüne Landschaft berühmt ist.
Der beste Wein der Falkenlande stammt aus dieser Gegend und man veranstaltet nahezu überall die beliebten Weinfeste, an deren Ende stets das schönste Mädchen zur Königin gekrönt wird und zumindest für diesen Abend wie eine solche behandelt wird.
Die Bewohner des Drachenlandes sind ein recht heißblütiges Volk, was man bereits an Fürst Waldemar, dem aufbrausenden Herrscher über diesen Landstrich erkennen kann – auch wenn man es ihm niemals direkt in das aristokratisch geschnittene Gesicht sagen würde.
Fürst Waldemar herrscht mit starker Hand über sein Fürstentum und ist dem König treu ergeben, obwohl man munkelt, dass das Blut des Drachen in seinen Adern ihn eines Tages dazu verleiten wird, nach der Macht zu greifen. Am Ende möchte der Drache schließlich immer über die niederen Tiere triumphieren und wie könnte dieses Volk vergessen, dass sie einst die Herrscher über Falkenland waren?
Man sagt den Drachenländern nach, dass das Blut dieser Geschöpfe noch immer in ihren Adern fließt, wie es dies bereits in den Adern der Völsinger getan hat. Ihre oftmals majestätische Ausstrahlung trägt einiges dazu bei, dieses Gerücht zu untermauern.

Die Lande des Falken

Die Lande des Falken sind der Herrschaftssitz des Geschlechtes der Falken und somit das Gebiet, das Falkenland seinen Namen gegeben hat, nachdem es die Falken aus den Händen des letzten Königs der Völsinger erobert haben.
Die Lande der Falken besitzen durch das Eisengebirge einen enormen Schatz an Eisenerz, was den Königen dieses Reiches für ihre Schatzkammern zugutekommt. Außerdem gibt es noch einige Gold-, Silber- und Edelsteinminen, die selbstverständlich ebenfalls einträglich sind. Das Eisenerz war schon immer eine wichtige Komponente für die Falkenländer, da die Falkenlande seinerzeit eine besonders ausgeprägte Eroberungswut an den Tag gelegt haben. Diese hat sich mittlerweile gelegt. Da Waffen aber niemals aus der Mode kommen und in den Landen des Falken sehr gute Klingen hergestellt werden, hat es nicht an Bedeutung verloren.
Auch sonst wird in den Landen des Falken die Handwerkskunst groß geschrieben und so gibt es einige Güter, für die dieses Fürstentum bekannt geworden ist und die besonders in der Stadt Bergheim, die sich unterhalb von Schloss Falkenstolz am Rande des Gebirges erstreckt, erstanden werden können.
Schloss Falkenstolz, dessen starke, bewehrte Mauern sich aus dem Eisengebirge hervorheben, ist der Herrschaftssitz des Königs Heinrich IV. und bildet somit den Mittelpunkt des politischen Lebens in den Falkenlanden. Hier gibt es die berühmte Falknerei des Königs innerhalb der Schlossmauern, die für das herrschende Geschlecht einen hohen Stellenwert besitzt.

Die Lande des Wolfes

Schon seit Anbeginn der Herrschaft des Falken, waren Falke und Wolf in einen Konflikt verstrickt, da der Wolf dem Falken die Herrschaft über dieses Land niemals gegönnt hat und beide Geschlechter langjährige Kriege miteinander ausgefochten haben, in denen es um die Krone des Landes ging. Seit Heinrichs Herrschaft ist Ruhe eingekehrt, doch es ist ungewiss, wie lange dieser Frieden andauern wird, der bisher nur durch die Heirat von Heinrichs Schwester Agathe mit dem jungen Wolf Ludwig gestützt wird. Eine Ehe, die jedoch nicht besonders glücklich ist.
Der alte Wolf, Fürst Wilhelm von Hochburg, würde nur zu gerne seinen Sohn Ludwig auf dem Thron des Landes sehen und hat seine listigen, aber beinahe blinden, alten Augen sehnsüchtig nach Bergheim und auf Burg Falkenstolz gerichtet. Hinter den Kulissen tobt also ein intrigenreicher Krieg, an dessen Ende besser der Falke triumphieren sollte. Denn um einen Vorteil gegen Heinrich zu erlangen, hat der alte Wolf Königin Heloise von Mondiénne einige Versprechungen gemacht, die die Falkenländer einen Großteil ihrer Identität kosten könnten.
Die Lande des Wolfes sind schon seit jeher die fruchtbarste Region von Falkenland, was natürlich dazu geführt hat, dass dieses Fürstentum sich nicht über mangelnden Reichtum beschweren kann.