~ Asmoria - Die Feenlande ~
er Zauber ist nicht vollkommen aus der Welt verschwunden. Auf den
Smaragdinseln und in Falkenland ist der Schleier zwischen den Welten dünner
als andernorts und so findet man hier Zugänge in jenes geheimnisvolle Reich
der Fey’lean, das neben Terra Edea existiert und schon so manchen, der
unvorsichtig in einen Feenkreis getappt ist, niemals wieder hat entkommen
lassen. Asmoria wird oft als Das Reich des ewigen Frühlings bezeichnet, denn
hier herrschen weder Sommer, Herbst, noch Winter. Stattdessen liegt immer der
Hauch des Frühlings in der Luft, die ersten Blumen erblühen, Vögel
zwitschern ihr Lied zwischen den grünenden Bäumen.
Asmoria verbirgt sich hinter einem dünnen Schleier aus Nebel, der nicht
einfach durchdrungen werden kann, wenn die Geister des Landes ihrem Besucher
keinen Einlaß gewähren möchten. Stattdessen kann man ihn durch Feenkreise
durchdringen, die überall in Falkenland und auf den Smaragdinseln verborgen
sind und meist die Gestalt von Kreisen aus Stein, Pilzen, Blumen oder ähnlichem
darstellen. So manches Mal hat sich auch schon ein Portal in einem Hügel
aufgetan, der nicht in die dunkle Tiefe, sondern in das Reich der Feen geführt
hat.
Wenn man das Reich der Feen erreicht hat, fühlt man sich oftmals, als sei man
in eine andere Zeit versetzt worden, die den uralten Rittersagen und Legenden
entspricht und in dem Märchen wahr werden. Schöne Prinzessinnen, edle
Feenritter, die auf Turnieren darum ringen, wer der bessere ist, edle Streitrösser,
Schlösser und Burgen wie aus einem Märchenbuch und vielleicht ein Drache,
der seinen Schatz bewacht – Asmoria ist das wahrhaftige Märchen selbst, in
dem man jegliche mythische Gestalt antreffen kann.
Hier verläuft die Zeit anders als in der ‚realen‘ Welt und dies bekommt
jeder zu spüren, der hier anwesend ist. Dieses Phänomen begründet sich in
Asmoria vor allem auf den Herrscherinnen über dieses Reich, den Schwestern
Gwynna, Ethelia und Morwena, die für jeweils eine Tageszeit verantwortlich
sind. Alle drei kämpfen dabei stets um die Vorherrschaft, was bedeutet, daß,
wenn eine von ihnen die Vorherrschaft gewinnt, ihre Tageszeit entsprechend länger
andauert. Dies führt dazu, daß ein Tag in seiner Gesamtheit nicht gemessen
werden kann, da seine Länge ständig variiert.
So kann es also geschehen, daß ein Tag oder eine Nacht sich über mehrere
Tage (d.h. Zeitabschnitte von 24 Stunden) erstrecken kann, bis die nächste
der drei Schwester die Oberhand gewinnt, ebenso könnte es aber auch
geschehen, daß der Tag, die Nacht oder auch die Dämmerung nur für eine
Minute anhält.
Auf diese Art und Weise erkennt ein Mensch, der in das Reich der Feen gerät,
nur sehr schwer, wie lange er dort schon verweilt, wodurch er vielleicht nur
einen Tag in Asmoria verweilt hat, jedoch erst nach Jahren wieder nach Terra
Edea zurückkehren kann.
Jede der drei Schwestern besitzt ihr eigenes Schloß, wobei diese Schlösser
durch weite Strecken getrennt sind. So bewohnt Gwynna, die Herrin des Tages
ein weißes Schloß hoch oben auf den Gipfeln eines Gebirges, während
Morwena, die Herrin der Nacht ihr schwarzes Schloß an einem saphirblauen See
errichtet hat. Ethelia, die Herrin der Dämmerung dagegen befindet sich in
einem Wald inmitten Asmorias, in dem das Schloß von der Farbe der Dämmerung
seinen Standort gefunden hat. Jedes der drei Schlösser bildet dabei den
Mittelpunkt des ureigensten Einflußbereiches der drei Prinzessinnen.
Jede der drei Fey’lean besitzt ihren eigenen Hof mit ihren eigenen
Untertanen, an dem Turniere und andere Festlichkeiten stattfinden und die alle
ihre Eigenheiten haben. Überall jedoch wird die Ritterlichkeit ebenso groß
geschrieben wie die höfische Liebe.
Allerdings ist das Leben in Asmoria nicht vollkommen friedlich, denn der
schwarze Magier Gwydion möchte nur zu gerne die Vorherrschaft über Asmoria
erlangen und grübelt stets über den richtigen Weg dazu nach.
~Die Fey’lean~
In Asmoria leben zwar allerlei Sagengestalten und so sind Kobolde, Wichtel,
Zwerge und Feen hier ein alltäglicher Anblick, die Vorherrschaft über dieses
Reich besitzen jedoch die Fey'’ean, jene Feenwesen, die den Bewohnern der
Smaragdinseln die Herrschaft über die Elemente gebracht haben.
Die Fey’lean besitzen eine ganz eigene Faszination für die Welt der
Menschen und so wandern viele von ihnen über Terra Edea, verlieben sich und
zeugen jene Kinder, die dann oft als Wechselbälger gelten, da sie von der
magischen Welt berührt worden sind und so niemals wirklich akzeptiert werden.
Doch auch diese Liebe an sich hat nur sehr selten eine Zukunft, denn die
Prinzessinnen verlangen von ihren Untertanen eine Entscheidung, in welcher
Welt sie leben möchte. Ein Fey’lean, der sich dazu entscheidet, in Terra
Edea zu bleiben, verliert beinahe alle seine magischen Fähigkeiten, bis auf
jene, die auch ihre Kinder besitzen können und gelten fortan als Verbannte,
die ihre Heimat niemals wieder betreten dürfen und oftmals an der Sehnsucht
nach ihrer Heimat sterben.
So besitzen die Fey’lean eine bittere Wahl – ihrer Liebe zu entsagen oder
ihre Heimat niemals wiederzusehen und das Portal zu ihr niemals mehr finden zu
können. Beides ist ein hartes Schicksal, denn die Fey’lean fühlen
intensiver als Menschen und leiden von daher noch mehr darunter. Unglück ist
für sie kaum zu ertragen.
Die Fey’lean sind schöne, hochgewachsene und ätherisch wirkende Gestalten,
deren Augen- und Haarfarben intensiver sind und deren Haut oft sehr blass
wirkt. Sie kleiden sich in märchenhaft anmutende Gewänder und besitzen sehr
starke magische Fähigkeiten, die ihnen angeboren sind.
Die Fey’lean muten oft etwas weltfremd an und wirken ein wenig antiquiert,
was sich durch ihre Gesellschaft erklären lässt, die in der Zeit zurückliegt.
Sie besitzen eine starke Faszination für alles Neue und sind von Natur aus
neugierig, wenn sie auch, sofern sie über Terra Edea wandeln, zumeist
Probleme haben, sich zurechtzufinden, besonders wenn sie mit unehrenhaften
Taten konfrontiert werden.