~ Leila, Königin der Nacht ~

rneut erklang die leise Stimme des mysteriösen Mannes und begann mir zu erzählen, von welchen Geschehnissen der Sänger berichtete, dessen Worte ich nicht verstehen konnte.
„Er erzählt die Legende von Leila, der Königin der Nacht, die von der großen Schlange und einem Menschen gezeugt wurde, den sie in der Nacht an dem Fluß des Lebens verführt hat.
Die große Schlange wollte Leila zu ihrem Werkzeug auf Erden machen, um die Kinder Sarmadees zu verführen und Leila war auch wirklich eine gehorsame Tochter für ihre mächtige Mutter und tat ihr Werk, bis sie dem Sultan Sajid von Marabesh begegnete und sich unsterblich in den wohlgestalteten Mann verliebte.
Da wurde Leila ihrer Mutter ungehorsam und streifte ihre Fesseln ab, um zur ersten Frau des Sultans zu werden. Unter dem zornigen Blick der großen Schlange ging sie zu ihm und auch ihm gefiel die schöne Leila mit dem Haar so schwarz wie der Nachthimmel und den Augen so silbern wie der Sternenhimmel, der auf uns herabsieht.
Aber Leila konnte ihr dunkles Herz und ihr wahres Erbe nicht lange vor dem rechtschaffenen Sajid verbergen, der der Sarmadee treu diente, und versuchte ihn dazu zu verführen der Göttin des Lebens abzuschwören.
Da wurde Sajid von reiner, heißer Wut überflutet und verstieß Leila, jagte sie gleichsam aus den Pforten des Himmels, die von Sarmadee geschützt wurden. Nun schwand alles Gute aus ihrem Herzen und sie wurde noch dunkler und von dem Bösen zerfressen. Eifersüchtig sah sie, wie er eine andere Frau, Karida, die reinen Herzens war, zu seiner Frau nahm und sein Reich mit ihr teilte.
In der gleichen Nacht tat sie den Schwur, ihre Rache an Sajid zu nehmen. Sie würde sein geliebtes Land und all seine Freude an sich reißen und ihm und seinen Nachfahren nichts mehr lassen als die Erinnerung an die Schmach, die ihr zugefügt wurde.

Nun ruht sie niemals und sucht sich immer neue Opfer, deren Herzen sie vergiftet und in die Dunkelheit treibt. Sie nennt ihre Opfer ihre Kinder, denen sie von ihrer Macht schenkt und die sie mit allem belohnt, was sie sich wünschen, wenn sie ihr helfen, dieses Ziel zu erreichen.“

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