![]() Ich lächelte ihn auf eine Art und Weise an, die hoffentlich beruhigend wirken würde, bevor ich schließlich das Wort an ihn richtete. " Ich freue mich wirklich, Euch zu sehen, Sir Henry - es muss eine Weile vergangen sein, seit unserem letzten Zusammentreffen. Ist der König wohlauf? Ich habe das Schloss für eine Weile nicht mehr betreten und befürchte, dass ich gänzlich uninformiert über die Vorgänge bei Hofe bin." An einem gewissen Ausdruck in den Augen des Ritters, konnte ich nur zu genau erkennen, dass er meine Frage sehr gut verstanden hatte - keineswegs als Frage nach dem neusten Klatsch bei Hofe, sondern als Erkundigung nach den neusten Ausrutschern des Königs, die der diskreten Auslöschung bedurften. Allerdings war ich nicht darauf gefasst, dass sein Tonfall nun äußerst ernst klang und nicht so heiter, wie ich es von dem lebenslustigen Mann gewohnt war, der keine Zecherei ausließ. Die Angelegenheit musste von größerem Ausmaße sein, als es für gewöhnlich der Fall war und ich bemerkte, wie sich unwillkürlich eine steile Sorgenfalte auf meiner Stirn bildete. " Die Freude ist auf meiner Seite, Lady Catherine, und es hat sich tatsächlich einiges ereignet in Eurer Abwesenheit. Ihr solltet den Palast niemals zu lange aus den Augen lassen." Er zwinkerte mir vielsagend zu, bevor er seinen Satz wieder aufnahm und die Gründe dafür ein wenig näher ausführte. " Prinzessin Isabella von Torego und ihr Gatte haben ihren Besuch am gestrigen Tage beendet und befinden sich nun auf dem Weg zurück in ihre Heimat, um König Rodrigo von Torego die besten Wünsche seiner Majestät zu überbringen. König James und die Prinzessin haben sich in der Tat ausgezeichnet miteinander verstanden, während Don Estéban sehr viel Zeit in den königlichen Ställen zugebracht hat. Er ist ein wahrhaftiger Pferdenarr..." Sir Henry unterbrach sich und ließ seine Worte unvollendet und drohend im Raume schweben, während es mir nicht schwer fiel, die Bedeutung hinter dieser Erklärung zu entschlüsseln. Ganz offenbar hatten sich der König und die Prinzessin ein wenig zu gut amüsiert, während ihr Gemahl anderweitig beschäftigt war. In der Tat verfügte James über eine beeindruckende Anzahl marabeshitischer Pferde mit Stammbäumen, die länger waren als der Stammbaum des königlichen Hauses von Alviona und so konnte ich mir sehr gut vorstellen, was Don Estéban dort so sehr fasziniert haben mochte. Wie man hörte, stammte er aus Terecito, jener Gegend in Torego, die für ihre ausgezeichnete Pferdezucht berühmt geworden war. Mit einem unangenehmen Gefühl der Vorahnung, suchte ich Henrys Bestätigung für meine Vermutungen. " Das sind in der Tat gute Neuigkeiten. Ich habe gehört, dass die Prinzessin eine vollendete Schönheit sein soll, um deren Hand sich viele Männer bemüht haben, bevor sie Don Estéban geheiratet hat. Und wie man hört, waren diese Bemühungen nicht allein auf die Verwandtschaft zu dem König zurück zu führen."
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