Angepinnt Al Ponte di Stelle

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Al Ponte di Stelle

      Ein besonders gemütliches Gasthaus im Herzen von La Modestia ist Al Ponte di Stelle, das man nach der Ponte di Stelle, der Sternenbrücke, benannt hat, die sich genau davor erstreckt und über einen der zahlreichen Kanäle Porto di Fortunas führt. Die Sternenbrücke besitzt schon seit der Zeit kurz nach ihrem Bau eine besondere Bedeutung für die verliebten Menschen der Stadt, sagt man von ihr doch, daß die Liebe zweier Liebenden ewig halten wird, wenn sie gemeinsam, Hand in Hand, auf dieser Brücke stehen und im Mondlicht, wenn die Sterne am Himmel stehen, eine Silbermünze in das Wasser werfen. Dies resultiert aus der alten Legende, daß an der Stelle, an der die Brücke liegt, einstmals ein Stern in das Wasser gefallen sein soll, den die Göttin Helione, die Liebesgöttin der alten Tiberer, hinabgeschickt hat, um ein Liebespaar, dessen Liebe besonders innig gewesen ist, zu segnen. Bis heute soll sich diese Wirkung erhalten haben, obgleich man doch gar nicht mehr an jene Götter glaubt.
      So ist die Ponte di Stelle ein besonderer Treffpunkt für Liebespaare bei Nacht geworden und wer im Geheimen lieben muss, der wird hier verhüllt erscheinen, um einen kurzen Moment des Glücks mit der anderen Seelenhälfte erleben zu dürfen. Für all jene ist das Al Ponte di Stelle ein Treffpunkt geworden, doch es ist noch weitaus mehr, wie man bemerken kann, wenn die Bewohner La Modestias und viele Reisende in dieses Gasthaus einkehren.
      Die Wirtin, Leonora Salvatore, eine Frau mit langen schwarzen Locken und einem immerwährenden, schelmischen Funkeln in den schwarzen Augen, trägt Sorge dafür, daß hier alles in den richtigen Bahnen verläuft und so mancher ist schon Opfer eines ihrer Scherze geworden, die sie gerne und auf eine täuschend echte Weise an den Mann bringt. Doch Leonora hat noch eine andere Leidenschaft, denn wann immer Romantik im Spiel ist, kann sich die gute Dame, Tochter eines Waffenschmiedes aus La Modestia, einfach nicht zurückhalten. So ist sie schnell bei der Sache, wenn sie Romantik wittert und lässt selten einen Versuch aus, ein in ihren Augen passendes Paar zusammenzubringen. Ja, Romantik versetzt sie förmlich in eine Art von Extase und wer ihr eine besonders traurige und schöne Liebesgeschichte erzählt, kann davon ausgehen, daß er durchaus die ein oder andere Nacht, die er im Gasthaus verbringt, nicht bezahlen muss. Sobald die Tränen über Leonoras Wangen kullern, ist zumindest ein Getränk umsonst aus der großen Karte des Ponte in den Bereich des möglichen gerückt. Nun, möglicherweise hat das Wasser an dieser Stelle wirklich eine mystische Wirkung, wer weiß?
      Doch fern ab von aller Romantik bleibt dieses hübsche Fachwerkhaus mit dem kleinen Sternchen auf dem Silberschild über der Tür, sicherlich ein Ort, den es zu besuchen lohnt. Die Reisenden, die dieses Haus oftmals schon am Hafen empfohlen bekommen, wenn sie eine gute Küche und saubere Zimmer suchen, ziehen viele neugierige Bewohner des Viertels (und teilweise auch aus der ganzen Stadt) beinahe ebenso magisch an wie die Möglichkeit, hier vielleicht ein prominenteres Paar zu erwischen.
      Andererseits spielen jedoch auch die gute, solide Küche des Koches Silvio, der gerne Spezialitäten seiner Heimat serviert und die reichhaltige Getränkekarte mit dem bekannten, hauseigenen, rubinroten Vino di Ponte hier mit und locken Fremde und Einheimische gleichermassen an die gemütlichen Holztische, auf denen stets eine Kerze und eine Blumenvase mit einer Rose stehen – von Leonora selbst gezüchtet, schließlich gibt es hinter dem Haus ihren großen Rosengarten, auf den Gäste einen Blick haben, die hier ein Zimmer nehmen. Schließlich kann man ja nie wissen, wozu diese Dekoration am Ende dient, ein Gast könnte schließlich dringend die Blume für seine Angebetete brauchen – findet Leonora zumindest.
      Leonoras Mädchen bedienen die Gäste stets freundlich und hübsch anzusehen in den weißen Blusen und den roten Miedern über den ebenso roten Röcken, während sie natürlich auch die Zimmer im oberen Teil sauber halten und dort jeden Morgen die Fenster öffnen, um die frische Luft herein zu lassen und das Klima angenehm zu halten. Hier stehen stets neben dem frisch bezogenen Betten, jeweils ein Schrank und ein Tisch bereit, auf dem die Waschschüssel mit einem vollen Wasserkrug platziert ist. Leonora besteht auf einigermaßen saubere Gäste...
      Nun denn, wer freundliche Unterhaltung, gute Musik und gutes Essen sucht, dabei aber in einer erschwinglichen Preisklasse bleiben möchte, der ist jedenfalls im Al Ponte di Stelle sicherlich an der besten Adresse, die er in Porto di Fortuna zu finden vermag – die Gefahr für Männer besteht jedoch darin, daß Leonora sie unbedingt mit einem ihrer Mädchen verkuppeln wollen könnte – schließlich ist die Wirtin eine sehr findige Dame mit eigenen Vorstellungen, wenn es um Amore geht...
      »Familie ist in Terrano in der Tat eine wundervolle Sache, nicht wahr?
      Man freut sich stets über ihren liebevollen Besuch
      und verbirgt schnell die Messer an einer leicht erreichbaren Stelle,
      um sie möglichst mühelos unschädlich zu machen.«
      - Lukrezia -


      Gründerin der Aktion "Rettet die Orks" :beat:
      [progressbar=10,#aad2ec,#001726,40]Korrekturgang Nr. 1[/progressbar]
    • Die Speisekarte des Al Ponte di Stelle

      Der Koch möchte hierin anmerken lassen, daß er keine Gewähr dafür übernimmt, daß das Gericht frei von ‚Leonoras Spezialgewürz’ ist, da er sie nicht ständig überwachen kann. Schuldzuweisungen mögen also bitte die richtige Person treffen. Allerdings möchten wir darauf hinweisen, daß dieses Gewürz keine schädlichen Nachwirkungen hat.

      Speisen

      Lasagne ‚Silvio’ (8 SZ)
      (Mit fleischhaltiger Füllung, eine Spezialität unseres Kochs)

      Lasagne ‚Leonora’ (6 SZ)
      (Ohne Fleisch, von unserer Wirtin eigenhändig bereitet)

      Pasta ‘Amici’ (6 SZ)
      (Tomaten & Parmesan gehen eine besondere Partnerschaft ein)

      Pasta ‘Bacio di Helione’ (6 SZ)
      (Parmesan und Eier waren schon immer ein besonderes Paar)

      Pasta ‘Seduzione’ (8 SZ)
      (mit Fleisch und Tomaten für die perfekte Stärkung, wahlweise mit Parmesan)

      Minestrone (5 SZ)

      Dieci Formaggi (6 SZ)
      (Käseplatte mit zehn Käsesorten & Weißbrot)

      Eintopf ‘L’Amore’ (5 – 6 SZ, je nach Inhalten)
      (Immer für eine Überraschung gut und täglich frisch von Silvio bereitet, stets mit frischem Brot aus dem eigenen Ofen)

      Helioneteller (4 SZ)
      (Früchteteller für den kleinen Hunger)

      Marzipanherzen (1 GD)

      Bacio dolce (2 GD)
      (Schokoladentrunk aus Marabesh)

      Weitere Gerichte können auf Anfrage bereitet werden.

      Weine und mehr

      Grappa (8 SZ)

      Vino di Ponte (1 GD)

      Weine aus Ariezza, rot oder weiß (6 SZ – 5 GD)

      Biere aus aller Welt (4 SZ – 4 GD)

      Kaffee aus Marabesh (1 GD)

      Acqua di Stelle (1 GD)
      (selbstgebrannt von unserer werten Wirtin)
      »Familie ist in Terrano in der Tat eine wundervolle Sache, nicht wahr?
      Man freut sich stets über ihren liebevollen Besuch
      und verbirgt schnell die Messer an einer leicht erreichbaren Stelle,
      um sie möglichst mühelos unschädlich zu machen.«
      - Lukrezia -


      Gründerin der Aktion "Rettet die Orks" :beat:
      [progressbar=10,#aad2ec,#001726,40]Korrekturgang Nr. 1[/progressbar]
    • Maigheach war sehr müde. Doch sie ließ es sich nicht anmerken. Am frühen Morgen hatte das Schiff in Porto di Fortuna angelegt, nach einer teilweise ziemlich rauhen Überfahrt. Sie war froh, als ihre Füße wieder festen Boden berühren konnten. Natürlich hätte sie auch den Landweg über Mondienne nehmen können. Doch der wäre viel beschwerlicher und länger gewesen. Die Wahl des Seeweges war die Richtige.

      Am Hafen hatte man ihr das Gasthaus wärmstens empfohlen und auch gleich eifrig den Weg beschrieben. Am liebsten hätte der Seemann sie persönlich geleitet, aber sie lehnte dankend ab und ließ den Mann zurück, dessen Miene Enttäuschung zeigte. Maigheach hatte Glück und sie bekam ein gemütliches Zimmer. Doch sie gönnte sich noch kein Ausruhen und suchte sich zuerst einen Platz in der Gaststube,
    • Es war der letzte Tag des Jahres und im Al Ponte di Stelle herrschte hektische Betriebsamkeit, wollten doch die abendlichen Feierlichkeiten vorbereitet werden. Leonoras Mädchen huschten von Tisch zu Tisch, putzten und wirbelten, daß es jedem Zuschauer eine Freude war. Das Ponte begann beinahe zu blitzen, als die Lappen wieder und wieder über die Tische streiften, der Boden gefegt und gebohnert wurde.
      Und so war es Leonora selbst, die an den Tisch des neuen Gastes trat, ein freundliches, warmes Lächeln auf den vollen Lippen, die von ihrer Lebensfreude erzählten.
      Schon zuvor war sie es gewesen, die Maigheach ihr Zimmer gezeigt hatte und die sich darum gekümmert hatte, daß es dem neusten Gast des Ponte an nichts fehlte. Ihre Stimme enthielt einen beinahe singenden Tonall, als sie die Frau von den Smaragdinseln ansprach.

      "Was kann ich für Euch tun, Signorina Logan? Seid ihr hungrig? Ich hoffe, daß alles zu Eurer Zufriedenheit ist."

      Ihr Lächeln entblößte weiße Zähne, die in ihrem dunklen Gesicht beinahe strahlten. Das Ponte lag recht verlassen da. Nur wenige Gäste befanden sich um diese Zeit im Gastraum, doch das bedeutete nicht, daß er sich nicht schon bald füllen würde.
    • Maigheach genoss im Moment zwei Dinge. Zum einen störte sie es gar nicht, dass noch so wenig Gäste anwesend waren. Sie suchte auch nicht direkt Anschluss, sondern ließ die neuen Eindrücke zunächst einfach nur auf sich wirken. Zum anderen tat ihr die warme Art der Signora Leonora sehr gut. Sicherlich war sie schon seit langem geübt im Umgang mit Gästen, doch nichts desto trotz hatte sie ihre ganz eigene, liebenswerte Art.

      Maigheach war die Geschäftigkeit im Gastraum natürlich nicht entgangen und ein bischen gespannt war sie doch, wie sich das alles entwickeln würde. Für den Moment rief sie aber ihr knurrender Magen in den Augenblick zurück und sie orderte bei der Wirtin:

      "Bitte bringt mir doch eine Lasagne Silvio und dazu einen Weißwein aus Ariezza. Wenn ich schon die Fremde kennen lerne, dann soll es so sein, dass ich damit bei Speis und Trank beginne." Ihre Worte begleiteten ein schelmisches Lächeln.
    • "Der beste Weg, ein fremdes Land lieben zu lernen, geht stets durch den Magen."

      Leonora lächelte, nickte zustimmend. Nach ihrer eigenen Philosophie war ein gut gefällter Magen der Dreh- und Angelpunkt für einen gesunden Geist, der in dem Körper wohnte und sie liebte es, wenn eine Frau richtig essen konnte. So erfüllte sie Maigheachs Wunsch nur zu gerne.

      "Eine Lasagne Silvio, die Spezialität unseres Koches - ich werde ihn wissen lassen, daß er seine Lasagne heute besonders schmackhaft zubereiten soll, um Euch den richtigen Eindruck von Terrano zu verschaffen."

      Die Wirtin lachte ihr lautes, ansteckendes Lachen und machte sich auf den Weg in der Küche, um ihrem Koch an den Herd zu schicken. Dort ging es ohnehin schon seit Stunden geschäftig zu, denn allerlei besondere Speisen wollten für das Fest am Abend bereitet werden, um die Gaumen der Gäste zu verwöhnen. Das Ponte hatte schließlich einen Ruf zu wahren, der es als das beste Gasthaus in La Modestia auszeichnete.
    • Maigheach strahlte Leonara an. Ja, das gefiel ihr, das war fast wie zu Hause und bei den Göttern, sie vermisste ihr zu Hause.
      "Ich danke euch für eure Aufmerksamkeit und werde die Speise wohl zu genießen wissen."

      Dann blieb der jungen Frau nichts anderes, als darauf zu warten, dass ihr Mahl gebracht werden würde. Derweil blickte sie sich etwas um und studierte die Gesichter der Anwesenden und hing ihren Gedanken nach. Ein Gefühl beschlich sie, das sie nicht wirklich benennen konnte, aber es schien, als würde sich bald etwas seltsames ereignen.
    • „Master Xiu das Haus wird zu eurer Zufriedenheit bereit sein, die letzten Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren und....“

      Ja zwei Männer betreten nun den Schauplatz. Der eine muss wohl die 70 Lenze bereits locker überschritten haben der andere ist wesentlich jünger. Anders als viele Nationen hier hat dieser einen eher eigenwilligen Touch. Es handelt sich um den jungen Mann von den Dracheninseln der sich wohl selbst Xiu Lea nennt. Dieser lächelt nur und legt die Hand auf die Schulter seines Dieners.

      „Mach dir keinen Streß Jergo. Du hast meiner Familie lange gedient und ich weiß das alles zu meiner Zufriedenheit sein wird. Gönne dir ein paar Tage Auszeit. Meine Gewürze sind noch nicht einmal hier und ich selbst lege keinen Wert auf Glamour und Pompositäten, das weißt du.....“

      Xiu selbst streicht kurz das Haar zurück und setzt sich schließlich an einen freien Tisch. Jergo selbst nickt und tritt hinter den jungen Mann zurück. Dieser scheint nun intensiv die Speisekarte zu studieren und doch so geübt ist er in der hier gängigen Sprache noch nicht so das die Fragezeichen ihm regelrecht im Gesicht abzulesen sind. Jergo würde ja liebend gerne helfen aber die Augen des alten Hausdieners sind auch nicht mehr die Besten.
      Der Weg ist das Ziel
      Höre lieber auf deinen Verstand als dein Herz, diesen können sie dir nicht brechen!

      ~Xiu Lea~
    • Maigheachs Aufmerksamkeit wurde auf zwei neue Gäste gelenkt. Zwei Männer hatten das Ponte betreten, denen man ihre fremdländische Herkunft direkt ansah. Sie beobachtete die beiden Männer, während sie Platz nahmen, sich unterhielten und auch die Karte studierten. Offenbar wurden sie sich nicht schlüssig über die Wahl der Speise.

      Doch gerade wurde ihr eigenes Mahl gebracht und fürs Erste konzentrierte sie sich darauf, mit dem wohlduftetenden Inhalt des Tellers ihren knurrenden Magen zu besänftigten. Den Wein hatte man ihr schon vorher kredenzt und so gab sie sich nun ganz der Tätigkeit der Nahrungsaufnahme hin.
    • Eric betrat das ponte di Stelle und sah sich im Raum um. Er hatte von den Vorbereitungen zum heutigen abend schon eine Menge mitbekommen und wusste, dass er heute eine Chance haben würde, dass Herrscherpaar zu sehen, wenn auch nur aus der Ferne. Im Raum war noch nicht viel los, in der Ecke saßen zwei Personen, beide kamen, ihrem Aussehen nach von den Dracheninseln und an einem anderen Tisch erblickte Eric etwas, dass ihm ein leichtes Lächeln entlockte. dort saß eine Frau von den Smaragdinseln. Ein kleiner Gruß von zuhause. Das Lächeln verschwand von seinem Gesicht, verblieb jedoch in seinen Augen und er ging leise an Ihren Tisch um sie nicht beim Essen zu stören, dem sie sich im Moment hingab, so kam es, dass er schräg hinter Ihrer linken Schulter zum Stehen kam und sie unauffällig beobachtete. Er würde nichts sagen, bevor sie ihn nicht bemerkte, das verlangte der Anstand. Er richtete mit leisen Bewegungen seine Kleidung, eine Hose, die unter den Knien aufhörte und in eine eng anliegende Strumpfhose überging, die in bequemen schuhen endete. Er trug ein Wams, das nicht übermäßig geschlitzt oder verziert war, und darüber einen mit Pelz besetzten Mantel, der bis auf den Boden reichte.


      „Worte sind wild, frei, unverantwortlich und nicht zu lehren. Natürlich kann man sie einfangen, einsortieren und sie in alphabetischer Reihenfolge in Wörterbücher stecken. Aber dort leben sie nicht.“
      Virginia Woolf
    • Die Lasagne schmeckte wirklich vorzüglich und der Koch hatte sich offenbar ordentlich ins Zeug gelegt beim Zubereiten. Eigentlich vermisste die hübsche junge Frau ihre heimatliche Küche, doch im Moment war die Sehnsucht doch sehr gering.

      Nichts desto Trotz lag nicht ihre gesamte Aufmerksamkeit in der Tätigkeit des Magenfüllens, immer wieder wanderte ihr Blick auch durch den Gastraum. So bemerkte sie mit einem gewissen erfreuten Erstaunen, wie dieser Mann, der ganz offensichtlich von den Smaragdinseln stammte, zwischen den Tischen hindurch schritt und etwas hinter ihr verweilte.

      "Er weiß, was sich gehört," dachte Maigheach bei sich und da sie gerade ihr Mahl beendet hatte, legte sie das Besteck hin, schob den Teller zur Seite und wandte sich bedächtig um. Sie sprach nicht und blickte den Landsmann freundlich an. Sie nahm an, dass er verstehen wird, dass sie durchaus bereit war, ein Gespräch zu beginnen.
    • Eric's Gesicht erhellte sich soweit wie es schicklich war um zu zeigen, dass man den Wink verstanden hatte aber nicht genug um Nähe auszudrücken, ganz so wie es sich gehörte.

      "Ich hoffe die heimische Küche hat gemundet, Madam. Wenn ich mich vorstellen darf, mein Name ist Eric Nicholls. Ich fragte mich ob ihr wohl mit meiner Anwesenheit an eurem Tische einverstanden wäret."

      Eric stand nun neben ihr, zwei Schritte hatten ihn dorthin befördert, die er beiläufug getätigt hatte. Sie musste den Kopf nun nicht mehr drehen um ihn zu sehen. Seine Handschuhe lagen in einer Hand, die andere gestikulierte leicht um seine Worte zu unterstützen. Er stand genau auf Armeslänge von ihr entfernt, als wären Symbole auf den Boden gemalt. Man wurde nicht Diplomat wenn man nicht wußte was sich gehört. Sein Lächeln erreichte seine Augen, und er freute sich tatsächlich eine Dame von den Smaragdinseln getroffen zu haben.

      "Welch wundervoller Zufall eine Landsmännin hier getroffen zu haben, findet ihr nicht ebenso, Miss...?"


      „Worte sind wild, frei, unverantwortlich und nicht zu lehren. Natürlich kann man sie einfangen, einsortieren und sie in alphabetischer Reihenfolge in Wörterbücher stecken. Aber dort leben sie nicht.“
      Virginia Woolf
    • Die junge Highländerin betrachtete den Neuankömmling und fühlte in ihn hinein - natürlich so, dass er es nicht bemerkte. Das Ergebnis war zufriedenstellend, sein Benehmen war korrekt und so erklärte sich Maigheach einverstanden, dass er sich zu ihr setzte:

      "Nun auch wenn unsere heimatliche Küche wirklich vorzüglich ist, so kann ich doch mit gutem Gewissen die Speisen dieses Hause empfehlen. Gesellt euch ruhig zu mir."

      Die Reise hatte doch einige Zeit gedauert und sie freute sich ehrlich, jemand von den Smaragdinseln hier zu treffen, was ihr einladendes Lächeln auch ausdrückte.

      "Ja, die Heimat ist fern und es ist schön, einen Landsmann hier zu treffen."
    • "Danke sehr!"

      Eric setzte sich ihr gegenüber auf einen Stuhl, stützte die Ellbogen auf die Tischplatte und faltete die Hände ineinander. Er gab sich Mühe es nicht herablassend wirken zu lassen.

      "Ich finde es auch sehr schön hier in der Fremde jemanden von zuhause zu treffen. Was führt euch nach Hier? Ist es die Neugierde über den südlichen Naujahrsbrauch? Das Fest sucht seinesgleichen, nicht wahr? Oh und, was könnt ihr hier empfehlen Miss...wie war doch gleich euer Name, ich hatte ihn nicht verstanden."


      „Worte sind wild, frei, unverantwortlich und nicht zu lehren. Natürlich kann man sie einfangen, einsortieren und sie in alphabetischer Reihenfolge in Wörterbücher stecken. Aber dort leben sie nicht.“
      Virginia Woolf
    • "Mein Name ist Maigheach Logan und meine Heimat sind die Highlands. Gerade heute kam ich hier in Porto di Fortuna an und eine Besichtigung der Stadt liegt noch vor mir. Mein Vater sandte mich auf diese Reise, um .." sie zögerte ganz kurz "meinen Horizont zu erweitern." Sie blickte ihm gerade in die Augen und lächelte ihn freundlich an. Auch wenn er von den Smaragd-Inseln kam, so war sie doch vorsichtig.

      "So stellt euch doch bitte ebenfalls vor, damit ich euch direkt ansprechen kann." Wieder lächelte sie ihm gerade ins Gesicht. Wohl waren ihr die Höflichkeitsregeln bekannt, doch sie war auch ein kleiner Querkopf und manchesmal scherte sie sich nicht darum, was man tun oder lassen sollte. Eine Eigenschaft, die in manchen Kreisen zu Reaktionen führte, die nicht immer verständnisvoll waren.
    • "Oh, verzeiht, wenn ich zu leise gesprochen haben sollte, dass ihr es nicht versteht, Ich sagte mein Name sei Eric Nicholls, sehr erfreut!"

      Eric hob kurz seinen Hintern wieder vom Stuhl und deutete eine leichte Verbeugung an.

      "Ich selbst komme aus Alviona. Ich bin geschäftlich hier, was mich nicht daran hindart auch die lukullischen Gaumenfreuden zu genießen."

      Er lächelte sanft und legte die Ellbogen wieder auf den Tisch auf und die Hände zusammen.

      "Hm, vielleicht sollte ich auch essen, was ihr da eben hattet. Oder ich versuche etwas anderes und sage euch dann wie es war, was meint ihr?"


      „Worte sind wild, frei, unverantwortlich und nicht zu lehren. Natürlich kann man sie einfangen, einsortieren und sie in alphabetischer Reihenfolge in Wörterbücher stecken. Aber dort leben sie nicht.“
      Virginia Woolf
    • Maigheach lächelt den Mann offen an:
      "Es freut mich sehr, Eric Nicolls. Eine sonderbare Fügung, die uns hier zusammen führt?"

      Ihr Blick ist verschmitzt und überdeckt somit die mögliche Wahrheit in ihren Worten und um selbiges nicht vertiefen zu müssen, plappert sie vergnügt weiter:
      "Mein Herr, das ist eine schwerwiegende Frage, die ihr da an mich herantragt. Natürlich könnte ich euch empfehlen, das selbe Gericht zu bestellen, welches ich gerade genießen durfte, doch dann würdet ihr vielleicht die Möglichkeit eines weiteren Genusses dieses vorbildlichen Hauses verpassen. Andererseits kann ich die Speise namens Lasagne wärmstens empfehlen. Seht ihr es mir nach, wenn ich es vorziehe, die Entscheidung der Auswahl des Mahls euch zu überlassen? Doch eines möchte ich vorschlagen: Den Wein solltet ihr getrost kosten."

      Nach einer Sekunde des Schweigens fuhr sie fort:

      "Nachmittags werde ich mir die Stadt ansehen. Bisher kenne ich nur den Weg vom Hafen hierher zum Ponte di Stelle."

      Dann gab sie ihm Gelegenheit, seinerseits etwas zu dem Thema Leibesköstlichkeiten beizutragen. Einen kurzen Moment bewunderte sie im Stillen Erics Hände, nachdem sie sich bereits an seinen Augen geweidet hatte, die grundsätzlich gute Eigenschaften ausdrückten, aber auch schelmisch blitzten.
    • "Gut, Lasagne wird es werden!"

      Eric blinzelte ihr mit einem gewinnenden Lächeln zu und hob kurz die Hand um der Bedienung ein Zeichen zu geben. Er bestellte eine Lasagne und einen dunklen Rotwein und drehte sich dann, erneut lächelnd zu Maigheach um. Die Hände auf den Tisch gelegt und ineinander verschränkt.

      "Ich bin schon einmal hier gewesen, wenn ihr möchtet, dann kann ich euch ein wenig herumführen, obwohl das ebenfalls nicht sehr ausführlich wird. Als ich damals bereits einmal hier war, es waren genau drei Tage, habe ich mich auf bekannte Speisen beschränkt und selbst für mich gekocht, da ich dem fremden Gaumen nicht so traute, doch dieses Mal werde ich das Erlebnis eines anderen Landes abrunden indem ich auch das Essen des Landes versuche, es gehört schließlich untrennbar dazu, meint ihr nicht auch?"

      Eric unterstrich seine ausführungen mit seiner Gestik und Mimik, es hatte den Anschein als schwelge er in den vergangenen Erinnerungen als er von seinem Aufenthalt berichtete.

      "Plant ihr länger zu bleiben? Seid ihr geschäftlich hier?"

      Seine Augen weiteten sich ein wenig, als er merkte dass er schon wieder Fragen stellte.

      "Verzeiht, es ist die Freude über diese Begegnung, die mich meine Manieren fast vergessen lässt. Nun löchere ich euch schon wieder mit meiner Fragerei."

      Doch seine Augen stellten die Fragen dennoch, auch wenn seine Stimme gesagt hatte, sie seien nicht so wichtig. Erfreutes Interesse war in ihnen zu lesen.


      „Worte sind wild, frei, unverantwortlich und nicht zu lehren. Natürlich kann man sie einfangen, einsortieren und sie in alphabetischer Reihenfolge in Wörterbücher stecken. Aber dort leben sie nicht.“
      Virginia Woolf
    • Ihre Augen wanderten zwischen seinen Augen und seinen Händen hin und her. Als es ihr bewußt wurde, senkte sie zunächst etwas verschämt den Blick und hoffte, Eric hatte es nicht bemerkt. Ihr war sehr wohl aufgefallen, dass er die Frage nach dem Grund ihres Aufenthaltes in Porto di Fortuna schon einmal gestellt hatte und sie war absichtlich darüber hinweg gegangen. Ihr Auftrag verlangte Vorsicht und Schweigen und sie hatte den Mann gerade erst kennen gelernt. Auch wenn er ein Landsmann war, ließ sie Vorsicht walten. Sein gewinnendes Lächeln ging durchaus nicht spurlos an ihr vorüber. Trotzdem hatte sie sich soweit unter Kontrolle, dass sie nicht wie pubertierendes Mädchen darauf reagierte.

      Sie erwiederte sein Lächeln und antwortete:

      "Ich würde mich über eure Begleitung sehr freuen, denn ein bischen mehr von Porto di Fortuna, als ich kennt ihr sicherlich. Der Grund meines Hierseins ist kein besonderer. Mein Vater hat mich auf diese Reise gesandt, da er der Meinung ist, ich solle meinen Horizont erweitern."

      Wieso wurde sie das Gefühl nicht los, dass er diese Antwort nicht wirklich akzeptierte? In seinen Augen lag so ein Ausdruck von Ich-will-es-wissen. Warum interessierte er sich so sehr dafür? Sie versuchte, weiter abzulenken.

      "Der frühere Aufenthalt hier hat euch offenbar sehr gefallen. erzählt mir doch ein bischen mehr davon und auch, was euch bewogen hat, wieder hier her zu kommen. Womöglich gibt es eine schöne Dame, die euch eine weitere Reise wert wäre? Oder haben euch nur einfach die kulinarischen Genüsse angezogen?" Sie lächelte schelmisch und sie musste zugeben, dass Eric Nicholls ihr sympathisch war, was sie doch etwas beunruhigte.
    • Eric hatte ihr interesse bemerkt, genauso wie ihm seine Ausbildung dabei half zu bemerken, dass sie etwas verbarg. Außerdem war es nicht schwer zu bemerken, dass sie nichts preisgeben wollte. Na gut, sollte sie.

      "Ihr habt recht, ich habe mich verliebt, schon wieder." Ein leichtes, kaum sichtbares Lächeln umspielte seine Mundwinkel.
      "dieses Land und seine fröhlichen Leute gingen mir nicht mehr aus dem Kopf seit ich das erste Mal hier war und genau das hat mich dazu bewogen wieder hier herzukommen und diesmal mehr mitzunehmen, als ein paar eindrücke. Diesmal will ich vollständig in die Kultur eintauchen. Das essen hier ist der erste Schritt."

      Nun grinste er wie ein Schuljunge. und sah sich kurz nach seinem essen und seinem Getränk um, um sich dann wieder seinem Gegenüber zuzuwenden.


      „Worte sind wild, frei, unverantwortlich und nicht zu lehren. Natürlich kann man sie einfangen, einsortieren und sie in alphabetischer Reihenfolge in Wörterbücher stecken. Aber dort leben sie nicht.“
      Virginia Woolf