Streuner

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    • Es war ja nun schon einige Zeit her, dass Cathelijna in Porto di Fortuna gestrandet war, und sie hatte tatsächlich eine nette Anstellung in einer Gärtnerei gefunden - die lag etwas vor den Toren der Stadt und wurde von einer sehr gemütlichen, schon etwas reiferen und auch etwas pummeligen Dame namens Rosa geführt, aber was sie nicht über Zierpflanzen, Wildkräuter oder Gehölze wusste, lohnte sich vermutlich auch nicht zu wissen. Rosa erinnerte Cathelijna stark an ihre Großmutter Ida, so verschieden die beiden Frauen auch waren. Aber beide hatten das gleiche intuitive Verständnis für Pflanzen und ihre Bedürfnisse. Cathelijna fragte sich manchmal, ob Rosa wohl Vorfahren von den Windlanden hatte, allerdings, dass Rosa wirkliche Pflanzenmagie ausübte, hatte sie noch nicht feststellen können.

      Auf jeden Fall verstanden sie sich so gut, dass Cathelijna es nicht mehr so eilig hatte, von hier wegzukommen - zumal es doch auch ncoh einiges zu lernen gab über Pflanzen, die sie noch nicht kannte. Im warmen Klima von Terrano gediehen Blumen und Sträucher, die auf den Windlanden kümmerlich eingegangen wären, und Cathelijna war begierig, mehr darüber zu erfahren. Immerhin hatte sie Briefe nach Hause geschrieben, damit ihre Eltern sich keine Sorgen machen sollten - Antworten standen noch aus; der Vater wäre sicherlich nicht begeistert. Aber schließlich hatte sie eh noch nicht genug Geld für die Schiffspassage nach Hause.

      Bis dahin konnte sie ihre Zeit auch sinnvoll nutzen. Und bei Rosa arbeiten udn eien Menge lernen... allerdings war nicht alle Arbeit in der Gärtnerei so spannend. Manchmal waren auch ganz profane und langweilige Dinge zu erledigen wie Botengänge... heute zum Beispiel war sie unterwegs, um eine Nachricht bei einer reichen Kundin abzuliefern. ihr Weg führte sie am GHafen entlang, und da wurde ihr Blick von etwas gefangen, das im Wasser herumtrieb - ein sack, und darin schien es zu zappeln! Cathlijna blieb stehen. Da musste etwas Lebendiges drin sein! Wer warf denn etwas Lebendiges in einem Sack ins Wasser? Sie streckte sich und versuchte, irgendwie daran zu kommen, doch sie konnte versuchen, was sie wollte, sie würde den Sack nicht erreichen...
    • „,Heute Abend kriegen wir Gäste‘, hat sie gesagt. ‚Geh doch und kaufe einen schönen Strauß Blumen für die große Vase in der Eingangshalle und vielleicht eine für deine Frisur. Und nimm Laura mit, ihr steht mir beide nur im Weg!‘“. Verächtlich äffte Philomena ihre Haushälterin Caterina nach, die sie und ihr Mädchen gerade mehr oder weniger aus dem Haus geworfen hatte. Dabei war es gerade so schön gewesen mit Lucia und Laura verstecken zu spielen: Philomena und Lucia versteckten sich und Laura musste suchen. Nun, jetzt waren sie auf dem Weg zum Markt in der Hoffnung, dort das gewünschte zu finden. Philomena hatte das Geld und Laura trug einen großen Korb. Lucia hatten sie natürlich zu Hause gelassen, so vernünftig war Philomena dann schon auch wieder, auch wenn sie ihre kleine Nichte über alles liebte - auch wenn sie stank und schrie, oder beides.

      „Das macht doch nichts, mit einer Blume im Haar siehst du bestimmt toll aus“, versuchte Laura Philomena zu beschwichtigen und die schenkte ihr auch ein kleines Lächeln. „Du hast schon recht“, erwiderte sie, „ wir sollten die Gelegenheit dazu nutzen, wenn wir ausnahmsweise sogar dazu aufgefordert werden rauszugehen. Normalerweise heißt es ja immer nur, ‚Philomena mach dies‘, ‚Laura mach das‘ und ‚wo wollt ihr eigentlich schon wieder hin?‘! Was meinst du, was sollten wir tun mit unserer freien Zeit?“, fragte sie verschmitzt, auch wenn sie die Antwort schon kannte. Laura wollte eigentlich immer zum Hafen. Das bunte Treiben dort gefiel ihr gut und auch, dass die Dockarbeiter und Matrosen ihr immer schöne Augen machten. Normalerweise hatte Philomena keine Probleme, ihren eigenen Kopf durchzusetzen, doch diesmal hatte sie auch keine bessere Idee und deswegen nickte sie zustimmend, als Laura wie erwartet genau diesen Vorschlag machte.

      Ein wenig später flanierten sie am Hafen entlang und genossen mehr oder weniger den Wind, der salzige, nach Fisch und Algen stinkende Luft in die Stadt trieb. Die lockere Unterhaltung verebbte jedoch, als Philomena eine junge Frau am Wasser entdeckte, die aussah, als würde sie gleich rein springen wollen. Der Grund dafür schien ein im Wasser treibender Sack zu sein, der sich bewegte. Philomenas Neugier war sofort geweckt und sie gesellte sich ganz ungeniert zu dem blonden Mädchen hinzu. „Kann man Euch irgendwie helfen?“, bot sie an, während Laura sich einen halben Schritt hinter ihr schon suchend nach einem Stock oder etwas ähnlichem Ausschau hielt. Doch Philomena hatte eine bessere Idee.

      „Laura, versuch es doch einmal mit dem Korb!“, schlug sie aufgeregt vor, wobei sie nicht vorhatte, sich selbst auf den dreckigen Boden zu Knien. Doch Laura hatte damit keine Probleme und tatsächlich konnte sie mit der Kante geradeso das um sich tretende Etwas in dem Sack erwischen, sodass es ein kleines Stück auf sie zu Trieb. Ein paar Minuten später war es nah genug an der Mauer damit Laura es in dem Korb nach oben befördern konnte und zwischen der Fremden und Philomena abstellte. „Was da wohl drin ist?“, fragte sich Philomena laut mit einem aufgeregten Glitzern in den Augen. Das Aufmachen des Sacks wollte sie der anderen überlassen, wahrscheinlich gehörte er ja sogar ihr, so verzweifelt wie sie versucht hatte, daran zu kommen. Außerdem war er eklig nass.
      :) Froh zu sein bedarf es wenig
      und wer froh ist, ist ein König :)
    • Cethelinna merkte erst ziemlich spät, dass sich zwei Frauen zu ihr gesellt hatten - die eine half tatkräftig mit, die andere gab eher Anweisungen, aber auch das nahm die junge Windländerin höchstens unterbewusst wahr. Mittlerweile hatte sie sich nämlich so weit über das asser gebeugt, dass sie einige Mühe hatte, das Gleichgewicht zu wahren. um ein Haar wäre sie selbst in das schmutzige afenbecken gefallen. Zwar konnte sie wie viele Küstenbewohner ganz gut schwimmen, aber gefallen hätte ihr das trotzdem nicht.

      Während sie also noch damit beschäftigt war, mit rudernden Armen sich irgendwie auf dem trockenen zu halten, hatte die eine der beiden Frauen mithilfe des orbes den Sack schon aus dem Wasser gehievt. Zappelnd lag er da nun. Cathelijna warf den beiden nur rasch einen Blick zu. "Danke!", stieß sie hervor und versuchte, rasch den Knoten zu lösen, mit dem der Sack verschlossen war. Allerdings war die Schnur so mit Wasser vollgesogen, dass es ziemlich zwecklos war. Also zückte sie das kleine, gebogene Gürtelmesser, dass sie in der Gärtnerei eigentlich immer dabei hatte, und schlitzte den Sack kurzerhand auf.

      Nun, dass etwas Lebendiges darin war, war ja zu vermuten gewesen. Dennoch stockte ihr der Atem, als ihr vier kleine Kätzchen entgegenpurzelten, triefend nass und noch sehr klein - vermutlich hatten sie grade erst die Augen geöffnet. Wie vier kleine pelzige Häufchwen Elend lagen sie nun auf dem Kai und maunzten leise. Fassungslos sah sie die beiden anderen an. "Wer macht denn sowas?", fragte sie.
    • Die junge Frau am Wasser schien Philomena und Laura kaum zu bemerken, so sehr war ihre Aufmerksamkeit auf das strampelnde Bündel im Wasser gerichtet. Philomena war sich nicht ganz sicher, was sie davon halten sollte, aber vielleicht war die Fremde ja einfach eine besonders sensible Person. Immerhin hatte sie Manieren, denn sie bedankte sich zumindest für die Hilfe. Neugierig beobachtete sie die Bemühungen, den Sack aufzukriegen und auch Laura hatte sich über den Korb gebeugt um auch ja nichts zu verpassen.

      Philomena war doch leicht überrascht, als das blonde Mädchen ein Messer hervorholte, denn damit hatte sie überhaupt nicht gerechnet. Ob sie wohl schlechte Erfahrungen gemacht hatte und deswegen eine Waffe bei sich trug? In dieser Situation stellte es sich jedenfalls als das richtige Werkzeug heraus, denn dem Sack schien anders nicht beizukommen zu sein. „Sind die niedlich!“, rief Philomena aus, als endlich der Inhalt zum Vorschein kam: vier kleine Kätzchen. Ein Seitenblick auf Laura bestätigte, dass diese sie am liebsten behalten hätte. Immer praktisch gesinnt, wie Laura war, nahm sie bereits ihre Schürze ab und begann, die kleinen damit notdürftig abzutrocknen. Ein richtiges Handtuch wäre besser gewesen, aber leider war gerade keines zur Hand.

      „Wer macht denn sowas?“, fragte die junge Frau fassungslos und Philomena konnte auch nur mit den Schultern zucken. „Das wüsste ich auch gern! Solche Leute gehören in den Kerker“, meinte sie entrüstet und sah sich am Kai um, während Laura mit den Kätzchen beschäftigt war. Natürlich war niemand zu sehen, der so aussah, als ob er gerade einen Sack Katzen ins Wasser geworfen hätte. Wer weiß wie lange die Kleinen schon dort um ihr Leben gekämpft hatten und außerdem war es leicht, im regen Getümmel von Passanten, reisenden und Hafenarbeitern unterzutauchen.

      „Was machen wir jetzt mit ihnen? Wir können sie ja nicht einfach so hier sitzen lassen!“ Gedanklich war Philomena schon bei der Möglichkeit, die Kätzchen bei sich aufzunehmen, aber sie wusste, dass Caterina auf jeden Fall etwas dagegen haben würde. Ein oder zwei davon könnte Philomena vielleicht durchsetzen, wenn sie ihren Bruder auf ihre Seite ziehen konnte, aber sicherlich nicht alle. Aber es waren ja Geschwister und die zu trennen fände Philomena gemein. Vielleicht hatte die Fremde ja eine bessere Idee?
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    • Cathelijna hätte es vielleicht nicht so scharf ausgedrückt, aber insgeheim gab sie Philomena recht. Leute, die Lebewesen einfach wegwarfen, gehörten bestraft. Nungut, sie kam vom Land und ihre sentimentalitäten, was Tiere betraf, waren eher gering. Tiere waren in erster Linie Nutztiere, und sie hatte selbst auch schon dabei geholfen, Kaninchen oder Hühner zu schlachten - zu den seltenen gelegenheiten, da Braten auf den Tisch kamen. Aber Katzen waren nützlich, kein Hof auf den Windlanden, wo nicht mindestens drei oder vier von ihnen herumstzreunten, und für die Tiere, die einem auf die eine oder andere weise zu Diensten waren, hatte man zu sorgen. So sah sie das jedenfalls. Junge Katzen einfach ersäufen ging jedenfalls gar nicht. In der Stadt schien jedenfalls einiges anders zu sein.

      Gedankenverloren udn mit zusammengekniffenen Lippen nahm sie Laura eins der Kätzchen ab und begann ebenfalls, es abzutrocknen. Es war ein besonders kleines Tierchen, ein kleiner Kater, schwarzweiß gescheckt und mit einem Fleck auf der Nase, der ihm ein vorwitziges Aussehen gab. "Nein, hier lassen können wir sie nicht." sagte sie nachdenklich. "In der Gärtnerei könenn wir sicher eine oder zwei von ihnen aufnehmen, immerhin halten sie Mäuse und Ratten fern. Gibt es Gehöfte um die Stadt herum? Oder vielleicht habt ihr ja ein Plätzchen? ich denke aber, sie müssten noch eine Weile mit Milch gefüttert werden..." Ob die Dame wohl erfahrung mit soetwas hatte? "Ich heiße übrigens Cathelijna...", fügte sie noch hinzu, weil ihr das höflicher erschien, sich zumindest vorzustellen. Nachdem nun die erste Aufregung um die nassen Kätzchen abgeklungen war und sie zusammen überlegten, was aus ihnen werden sollte...