Steampunk Anfang

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    • Steampunk Anfang

      „Verzeheihung, der Herr,
      könten sie mir wohl sagen, welche Uhrzeit es gerade ist?“
      „Aber natürlich!“
      Ich griff an die Uhrenkette, die an meiner Weste hing und zog meine
      Taschenuhr aus der Tasche. Ein wunderschönes Exemplar Schweizer
      Uhrmacherkunst kam zum Vorschein. Fein ziseliert mit dem Wappen
      meiner Familie. Ich öffnete den Deckel und las die Zeit ab.
      „Es ist präzis 15 Uhr und 42 Minuten, der Herr.“
      „Vielen Dank und einen guten Tag noch!“
      „Auch Ihnen einen guten Tag!“
      Der Passant hob kurz seinen Hut um sich zu verabschieden und setzte
      seinen Weg fort. Auch ich sputete mich, nachdem ich noch einige
      Sekunden dort stand und die Uhr gedankenverloren in der Hand hielt.
      Ich durfte meinen Termin nicht verpassen. Ich hatte mich diesen
      morgen dazu entschlossen, den Treffpunkt auf dem Fußweg zu
      erreichen, da ich wusste, dass eine Mietdroschke zu dieser Zeit
      nicht durch den Verkehr kommen würde und eines dieser neumodischen
      Automobile stand vollständig außer Frage. Ein Fußmarsch dann und
      wann soll ja auch der Gesundheit zuträglich sein.
      Aber wo habe ich nur meine Manieren Ich habe mich Ihnen noch gar
      nicht vorgestellt geehrter Leser.
      Mein Name ist Friedrich Wilhelm Freiherr von Mühlenstein, meines
      Zeichens Bewohner der schönen Stadt Berlin und Angestellter im
      diplomatischen Dienst seiner Majestät Kaiser Wilhelm II. Die
      wichtigsten Informationen sind somit gegeben. Mein Leben verlief
      unauffällig, sodass ich nicht denke ich muss hier nähere Details
      äußern. Ich arbeite im Auswärtigen Amt und habe dort... Aber ich
      verfalle ins Schwafeln, wo sie doch sicherlich wissen wollen, aus
      welchem Grunde sie überhaupt über mich lesen. Ich greife der
      Geschichte vor und das könnte fatal für das Verständnis werden,
      also zurück zu besagter Situation, oder besser etwas früher an
      diesem Tag. Lassen Sie mich die Uhr noch etwas weiter zurück drehen
      an den selben Tag um präzis acht Uhr morgens im Auswärtigen Amt in
      der Wilhelmsstraße 76.


      „Guten Morgen, Freiherr von Mühlenstein.“
      „Auch Ihnen einen Guten Morgen, Fräulein Walther. Ich sagte
      Ihnen doch, dass sie mich nicht bei meinem vollen Titel nennen
      sollen, oder zumindest das Freiherr durch ein Herr ersetzen. Können
      wir uns darauf einigen?“
      „Natürlich Freiherr von Mühlenstein, ich werde darüber
      nachdenken.“
      Ich verdrehte die Augen so, dass sie es sehen musste und wurde
      Zeuge, wie ein leichtes Lächeln ihre Mundwinkel umspielte.
      „Wie ist das Befinden, geht es ihrer Frau Mutter wider etwas
      besser?“
      Ihr Miene hellte sich etwas auf, als sie erwiederte:
      „Ja, Freiherr von Mühlenstein, meine Mutter hat das
      schlimmste überstanden, dank ihres Hinweises und den guten Worten
      beim Doktor.“
      Ich errötete leich.
      „Das ist doch nicht der Rede wert.“
      Es entstand eine kurze, gespannte Stille im Raum, die ich
      unterbrach bevor sie unbehaglich werden konnte.
      „Besser so, als dass ich auf Ihre Dienste aufgrund der Krankheit
      verzichten müsste.....“
      Ich wollte noch etwas zufügen, doch ich stoppte mich bevor ich es
      sagen konnte und schloss den Mund. Ein verlegener Gesichtsausdruck
      entstand auf meinem Gesicht und ich wechselte das Thema vollständig.
      „Irgendwelche Nachrichten für mich“, verlangte ich zu wissen.
      „Ja“, erwiderte sie, zu ihrer Professionalität zurückgekehrt,
      „Es gab mehrere Telegramme, und heute morgen kam ein Anruf für
      Sie am Telephon, Ich habe die Nachricht für sie in Steno und muss
      sie noch übertragen, sie haben sie in einer Stunde auf dem Tisch.“
      Ich sah sie an und wartete einen Moment, doch das schien alles
      gewesen zu sein, also setzte ich mich in Bewegung.
      „Danke Ihnen Frau Müller, Ich werde mich in mein Büro begeben
      und die Telegramme bearbeiten, ich bin erreichbar, sollte jemand
      etwas wollen“
      Ich öffnete die Tür zu meinem Büro und verschwand. Ich hörte
      noch ihre Bestätigung, dann schloss sich die Tür.


      Das ist erst ein Anfang. Es ist noch nichts passiert, keine Wichtigen charaktere Ausser der Protagonist sind erschienen und auch die Welt ist nur angeschnitten. Ich würde nur gerne Wissen, ob der Stil in Ordnung geht.
      Nur Pessimisten schmieden das Eisen, solange es heiß ist. Optimisten vertrauen darauf, daß es nicht erkaltet.

      Ein :beat: liches :hug: für alle!

      Zwerch [Blockierte Grafik: http://www.smileygarden.de/smilie/Fantasy/41.gif] Rulez!
    • Momentan habe ich so vom Anfang her das Bild eines verschrobenen, leicht steifen / korrekten Herren mittleren Alters im Kopf, frag mich nicht, warum. *gg* Im zweiten Abschnitt ändert sich das ein bisschen durch das Beharren auf dem "Herren". Da wird das etwas aufgebrochen. :gruebel:
      Stiltechnisch fände ich da jetzt nix zu meckern.
      »Familie ist in Terrano in der Tat eine wundervolle Sache, nicht wahr?
      Man freut sich stets über ihren liebevollen Besuch
      und verbirgt schnell die Messer an einer leicht erreichbaren Stelle,
      um sie möglichst mühelos unschädlich zu machen.«
      - Lukrezia -


      Gründerin der Aktion "Rettet die Orks" :beat:
      [progressbar=10,#aad2ec,#001726,40]Korrekturgang Nr. 1[/progressbar]