Der Fall des gestohlenen Schwans

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    • Der Fall des gestohlenen Schwans

      Strassenlärm. Ein Wagen bollert mit seinen beschlagenen
      Rädern über das Kopfsteinpflaster vor meinem Fenster. Es ist langsam Zeit
      aufzustehen. Wenn ich jetzt die Augen öffne sitzt mein Kater bestimmt bereits
      vor meinem Bett und sieht mich argwöhnisch an. Es hilft nichts, also raus aus
      den Federn. Was habe ich gesagt, da sitzt er, auf meiner Anrichte. Natürlich
      genau auf meinen Kleidern und sieht mir in die Augen. Sehr tiefgründig,
      wissend, mich verachtend. Katzen sind so dekadent.

      „Was ist Massimo, kein Glück bei den Frauen, was? Ich auch
      nicht, tröste dich!“

      Meine Ansprache entlockt dem Kater nur ein müdes Blinzeln,
      wenn ich es mir recht überlege, so glaube ich, dass ich mit meiner Annahme
      vollständig daneben liege. Massimo ist ein Überlebenskünstler, ein Kämpfer, ich glaube die
      Katzen liegen ihm zu Füssen. Ich muss erst mal was trinken und der Kater will
      sein Futter haben. Mal sehen, ich hab noch einen Rest von gestern übrig, man
      glaubt nicht, was diese Katze alles frisst. Nach dem Anziehen und einem
      aufmunternden tätscheln auf den Kopf des Katers verlasse ich mein Zimmer und
      begebe mich an meinen Arbeitsplatz, es wird Zeit, die Sonne versinkt gerade
      hinter dem Horizont, die Strassen sind in rötliches Zwielicht getaucht. Bald
      wird das Licht des Tages verschwunden sein und die andere Seite Portos kommt
      zum Vorschein, meine Seite. Die Strassen sind noch feucht, es muss heute
      geregnet haben. Der Himmel ist nicht mehr bewölkt, vielleicht war es nur ein
      kurzer Schauer. Es ist windig da oben, die Wolken die ich sehe ziehen schnell
      vorbei, das Wetter schlägt um. Ich komme am Brunnen vorbei, das Theater habe
      ich schon hinter mir gelassen, die Adeligen sind alle verschwunden und der
      Brunnen plätschert leise vor sich hin. Noch ein paar Meter, dann bin ich an
      meinem Ziel angekommen, vielleicht wird diese Nacht lukrativ. Das Haus ist
      wunderschön, wie alles hier im Viertel, die Verzierungen der Fassade sind
      verspielt aus hellem Marmor, die Aussicht aus den Fenstern ist fantastisch,
      hier sind in den Räumlichkeiten die Akteure der Oper untergebracht, nicht alle
      aber ein Großteil. Ich musste meine Beziehungen spielen lassen um ein Zimmer zu
      meiner Verfügung zu bekommen. Nachdem ich die Tür aufgeschlossen habe muss ich
      mich erstmal über die liegen gebliebene Arbeit hermachen, also ziehe ich mir
      meinen Stuhl heran und Arbeite die Fälle im Schein meiner Petroleum Lampe
      durch. Kosten, Anfragen, Drohbriefe, die landen direkt im Müll, nachdem ich sie
      mir durchgelesen habe. Es klopft an der Tür, ein Kunde?

      „Ja bitte?“

      Die Tür geht auf und herein kommt ein Engel. Sie hat sich
      einen Umhang umgezogen, der ihre Statur verdecken soll, doch ich sehe genug.
      Makellos. Wunderschöne Arme kommen unter dem Mantel hervor um die Kapuze vom
      Kopf zu nehmen. Ihr Gesicht verschlägt mir noch einmal mehr die Sprache. Fein
      geschnittene Gesichtszüge, eine kleine Nase, deren Spitze frech nach oben
      gerichtet ist. Sommersprossen um die Nase und die Augen, außerdem Ansätze von
      Lachfältchen um die Mundwinkel und die Augen. Eine unbändige rote Mähne auf
      dem Kopf wurde versucht mit Klämmerchen in eine Frisur zu stecken, die nicht
      für diese Haare gedacht sind, ich muss dem Drang widerstehen, ihr Haare zu
      lösen um zu sehen, wie sie um ihr Gesicht fallen. Ihr Gesicht, das
      bemerkenswerteste Merkmal ihres Gesichtes sind ihre Augen. Grün wie ein
      Falkenländischer Wald und tief wie ein Bergsee. Was will eine Frau wie diese
      von einem Mann wie mir?

      „Pasquale Salessar nehme ich an?“

      Ich hoffe innbrünstig nicht gestarrt zu haben. Professionell
      wie ich bin schiebe ich meine Verwunderung in einen teil meines Geistes, wo er
      mich nicht stört. Ich lehne mich zurück um Sicherheit und ein wenig Überlegenheit auszustrahlen.

      „Ja, wer fragt?“

      „Nennen sie mich Laura, Herr Salessar, Laura genügt!“

      „Gut, Frau Laura, was kann ich für sie tun? Möchten sie sich
      setzen, kann ich ihnen etwas anbieten?“

      „Danke!“

      Sie setzt sich in den angebotenen Stuhl und drapiert den
      immer noch getragenen Umhang um sich.

      „Danke ich benötige nichts, ich meinerseits habe ihnen ein
      Angebot zu machen, sind sie interessiert?“

      „Das kommt darauf an, Laura. Um was handelt es sich.“

      Sie beugt sich zu mir vor, kommt mit ihrem Gesicht näher und
      gibt mir zu verstehen, dass ich ihr entgegen kommen soll. Ich nehme gerne an.

      „Sie sollen etwas für mich finden Herr Salessar, etwas von
      großem ideellen und materiellen Wert und es muss unter uns bleiben, dass sie es
      suchen. Man sagte mir sie seien der beste den es gibt.“

      „Sagt man dass, nun, dann muss es wohl stimmen. Was soll ich
      finden? Haben sie es verloren, oder ist es gestohlen worden?“

      „Es wurde…entwendet. Und jemand sitzt unschuldig bei der
      Garde deshalb.“

      „Das hört sich schwierig an, ich benötige ein wenig mehr
      Information. Und ich muss meine Auslagen decken, wenn sie verstehen, was ich
      meine.“

      „Ich verstehe gut!“

      Sie lehnt sich zurück und überreicht mir einen Beutel, der
      Prall gefüllt mit Münzen ist, die im Beutel aneinander klirren. Soviel Geld,
      aber ich brauche es. Ich nicke ihr zu.

      „Wo soll ich anfangen, Laura?“

      „Gehen sie zur Garde, sprechen sie mit Audrey. Dort werden
      sie Informationen bekommen die sie benötigen, ich verlasse mich auf sie.“

      „Wie kann ich sie erreichen, Frau Laura? Wir beide wissen
      doch genau, dass ich nicht nach Laura schicken lassen kann, wenn ich
      Informationen habe.“

      „Gar nicht, versuchen sie es nicht, ich werde sie
      kontaktieren, in zwei Tagen, hier.“

      „Gut, dann in zwei Tagen.“

      Sie nickt, versteckt ihre Haare erneut unter der Kapuze und
      verhüllt ihre Figur, dann verschwindet sie aus meinem Raum. Ich atme durch, das
      war geheimnisvoll. Eine Adelige, denn unweigerlich ist sie das, die zu mir
      kommt, auf was habe ich mich da eingelassen. Ich lehne mich zurück, lasse das
      Gespräch erneut Revue passieren, dann nehme ich mein Rapier und meine
      Main-Gauche aus dem Schrank und mache mich auf zum Gardequartier. Zeit einige
      Gefallen einzulösen.
      Nur Pessimisten schmieden das Eisen, solange es heiß ist. Optimisten vertrauen darauf, daß es nicht erkaltet.

      Ein :beat: liches :hug: für alle!

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    • Also mir gefällt's. Was mich gerade beim Lesen stutzig gemacht hat, war der Name "Audrey"? Der scheint mir nicht so richtig ins Gefüge bzw. den Schauplatz Porto di Fortuna zu passen. Den würde ich eher in Mondiénne vermuten.:gruebel:
      »Familie ist in Terrano in der Tat eine wundervolle Sache, nicht wahr?
      Man freut sich stets über ihren liebevollen Besuch
      und verbirgt schnell die Messer an einer leicht erreichbaren Stelle,
      um sie möglichst mühelos unschädlich zu machen.«
      - Lukrezia -


      Gründerin der Aktion "Rettet die Orks" :beat:
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    • Die Dame heißt Audrey of Kirkwall und kommt aus Alviona (wenn ich mich recht entsinne hast du da die Britischen Inseln als Pate gehabt) Wie und warum wird noch erläutert... ;)
      Nur Pessimisten schmieden das Eisen, solange es heiß ist. Optimisten vertrauen darauf, daß es nicht erkaltet.

      Ein :beat: liches :hug: für alle!

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    • Jaaa, schon - aber ich wunder mich, wie eine Audrey of Kirkwall an eine Position bei der (doch sicherlich eher männerdominierten) Garde von Porto kommt, deswegen frag ich eben. Aber ich warte halt mal auf die Erklärung.;)
      »Familie ist in Terrano in der Tat eine wundervolle Sache, nicht wahr?
      Man freut sich stets über ihren liebevollen Besuch
      und verbirgt schnell die Messer an einer leicht erreichbaren Stelle,
      um sie möglichst mühelos unschädlich zu machen.«
      - Lukrezia -


      Gründerin der Aktion "Rettet die Orks" :beat:
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    • Ich muss die Erzählzeit mal ein wenig ändern beim dritten mal lesen hab ich gemerkt was mir komisch
      vorkam. Eine Geschichte erzählen wenn sie passiert ist sehr schwierig, deshalb geht%u2019s hier in der Vergangenheitsform weiter.


      Als ich das Haus verließ merkte ich wie die Frühlingshaften Temperaturen, die noch vor wenigen Stunden geherrscht hatten rapide abgefallen waren. Der Himmel hatte sich weiter zugezogen, so dass die Sterne nur ab und zu durch ein Loch in dem sich schnell bewegenden Wolkenteppich sichtbar waren. Es pfiff ganz schön um die Ecken und der Wind wurde durch Pfützen auf der Strasse sichtbar gemacht, wo er die Oberfläche kräuselte. Ich zog meinen Umhang enger um mich um den Gewalten nicht zuviel Angriffsfläche zu bieten. Massimo sitzt jetzt sicher warm in meinem Atelier auf meinem Bett, wahrscheinlich sogar unter
      meiner Bettdecke und lässt es sich gut gehen. Wieder überquerte ich den Vorplatz des Theaters, das Publikum hatte sich geändert. Die Adeligen überschwemmten den Vorplatz, scheinbar war gerade eine Vorstellung beendet und nun war das große Schaulaufen auf der Piazza angesagt. Außerdem anwesend waren diejenigen die hier Leben und sich im Schutze der Nacht ihren Lebensunterhalt verdienten auf
      der Strasse. Ich nickte einigen bekannten Gesichtern zu, grüßte den einen oder anderen und setzte meinen Weg zum Gardequartier fort. Ich muss zugeben, ich war neugierig darauf, was mich dort erwarten würde. Zum Glück kannte ich jemanden, der mir hinein helfen konnte. Mit dem Namen Laura käme ich nicht weit. Mein Weg dorthin verlief ereignislos. Das Gardequartier lag am Fuße von Il Diamante an der Grenze zu Il Splendore. Ich kannte den Wachhabenden, ein Falkenländer, der in jungen Jahren nach hier gekommen war, sich verdingt hatte und eine Frau aus Terrano heiratete.

      Ich betrat das Gebäude, die beiden Wachen an der Tür sahen mich argwöhnisch an und griffen ihre Hellebarden fester. Ich nickte ihnen zu und öffnete die kleine Pforte. Der Raum im Inneren war durch Petroleumleuchter erhellt und führte einige Meter bis zu einem Tisch hinter dem ein mürrischer
      Gardesoldat saß, der mich genau beobachtete. Im Hintergrund führten zwei Türen weiter in das Gebäude und eine Treppe zu einer Empore, die ihrerseits Türen für drei Zimmer aufwies.

      "Guten Abend werter Herr!"

      "N'Abend, was wollt ihr zu dieser nachtschlafenden Stunde
      hier. Ist irgendwas passiert?"

      "Nein, ich wollte gerne mit einem Bekannten sprechen, ist er da."

      "Und wer mag dieser Bekannte sein, wenn ich fragen darf?"

      "Leutnant Falk Cesare, es ist etwas persönliches."

      "So, etwas persönliches, was? Und wer sagt mir, dass ihr tatsächlich der seid, der ihr zu sein vorgebt, da könnte ja jeder hier hereinschneien."

      "Franco, ist in Ordnung, lass ihn durch ich kenne den Mann."

      Ich drehte meinen Kopf, auf der Brüstung im ersten Stock stand Falk. Eine imposante Gestalt, aber das war er schon immer. Mit seiner Körpergröße, die wenn ich schätzen müsste gewiss bei einem Meter fünfundachtzig liegt und der Uniform der Garde mit allen Auszeichnungen war er jemand den man
      nicht so leicht übersah. Er nickte mir zu und drehte sich um zurück in sein Büro zu gehen. Ich beeilte mich, nachdem ich dem Gardesoldat meinerseits ein Nicken zugeworfen hatte, die Treppen zum ersten Stock zu überwinden. Ich betrat Falk's Büro und schloss die Tür hinter mir, er saß in seinem Stuhl, die Arme
      auf den Tisch gelehnt, die Finger ineinander verschränkt und das Kinn leicht auf die Handrücken gelehnt. Seine Langen Blonden Haare hatte er mit einem Band aus dem Gesicht gebunden und seine hellblauen Augen musterten mich beim Eintreten.

      "Was verschafft mir die Ehre Pasquale? Ich schätze nicht, dass das hier ein Höflichkeitsbesuch wird."

      "Du schätzt richtig alter Freund. Ich bin geschäftlich hier, Ihr habt jemanden hier, den ich gerne befragen würde."

      "Ich dachte mir schon, dass es um so etwas geht, immerhin habe ich dich seit dem letzten Mal nicht gesehen und bin ganz froh darum. Wer genau ist es, den du befragen möchtest, wofür du meine Hilfe benötigst?"

      "Audrey!"

      "Audrey of Kirkwall, woher weißt du davon."

      Ich musste mich zusammenreißen, kein triumphierendes Lächeln zur Schau zu stellen, immerhin hatte ich nur den Vornamen gewusst.

      "Sagen wir, ich habe ein Interesse daran, ihr die ein oder andere Frage zu stellen. Ist es möglich sie zu sehen?"

      "Hm, wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich dich für dein Wissen alleine einsperren. Aber ich weiß, obwohl es mir nicht gefällt, dass man dir trauen kann. Du bekommst zehn Minuten."

      Nun war ich verwundert, ich hatte geahnt, dass irgendetwas nicht stimmte, aber das die Tatsache, dass ich ihren Namen kannte mich schon verdächtig machte, dass hätte ich nicht gedacht. Wir standen beide auf, verließen das Büro, gingen die Treppe hinunter und durch eine der Türen. Falk hatte sich
      einen Schlüsselbund geben lassen und schloss nun eine Tür nach der anderen auf um sie hinter uns wieder zu verschließen. Wir passierten mehrere Wachen, überwanden eine Treppe nach unten und Falk führte mich zu einer Zelle, in der Licht leuchtete. Der gang war ebenfalls beleuchtet und das Flackern der
      Petroleum Lampen malte Muster an den weißen Wänden. Er öffnete die Zelle und ich trat ein dann schloss er sie wieder.

      "Zehn Minuten Pasquale, keine Sekunde länger. Ich hoffe du weißt auf was du dich da eingelassen hast."

      "Ja, ja, ich schaff das schon, jetzt geh."

      Ich drehte mich herum und sah ein junges Mädchen auf ihrer Pritsche liegen. Die Zelle war geräumig mit weißen Wänden und zwei Fenstern zum Hof hin. Die Pritsche hatte eine vernünftige Matratze und es war sogar eine Waschstelle zur Verfügung. Die Augen die mich ansahen waren groß und gerötet, außerdem hatte Audrey gerötete Wangen. Sie hatte geweint.

      "Hallo, mein Name ist Pasquale Salessar. Ich bin hier weil ich dir einige Fragen stellen muss, darf ich?"

      "Habe ich eine Wahl?"

      "Nein, aber gut dass sie es einsehen. Ich denke die wahrheitsgemäße Beantwortung meiner Fragen hilft auch ihnen in ihrer Situation."

      "Tut sie das?"

      Ich korrigierte meine Annahme über ihr Alter noch mal drei Jahre nach oben, Sie war sicher 20. Sie hatte Braune Augen und dunkelblondes Haar. Ihre Figur war stämmig und an ihren Händen konnte man sehen, dass sie wusste was Arbeit bedeutet, als keine Adelige.

      "Was ist ihr Beruf?"

      "Mein Beruf war...Kammerzofe bei Madame Franca Rosa Cigno."

      "Audrey of Kirkwood ist nicht unbedingt ein Name der hier oft vorkommt, wie haben sie diesen Job bekommen?"

      "Auf einer Reise nach Alviona hat die Dame Cigno mich akquiriert. Ist das so verwerflich?"

      Akquiriert, das bedeutete, Audrey war die Tochter einer mittellosen Mutter und die Dame, wohl die Mutter von Madame Franca Rosa, hat etwas in ihr gesehen was sie haben wollte, also hat die Mutter ihr das Kind
      verkauft. Wahrscheinlich hatte sie genug.

      "Na gut, und warum sitzt ihr hier?"

      "Weil ich beschuldigt werde, Madame Franca Rosa entführt zu haben. So etwas Absurdes. Ich soll meine Arbeitgeberin und Freundin entführt haben."

      Ein schrecklicher Verdacht keimte in mir und wuchs sehr schnell zu einer Gewissheit. In was hatte ich mich da bloß hineinmanövriert.

      "Hatten sie Streit?"

      "Nein."

      "Liebten sie den gleichen Mann?"

      "NEIN!"

      "Hatten sie einen Grund Madame Cigno zu entführen?"

      "Nein verdammt, hatte ich nicht!"

      "Was können sie mir darüber erzählen was passiert ist?"

      "Pasquale, zehn Minuten sind vorbei. Du musste leider gehen."

      "Verd... Ja, ich komme sofort."

      Ich drehte mich zu Audrey um.

      "Hören sie, sagen sie nichts, bestätigen sie nichts, aber dementieren sie auch nichts, bleiben sie dabei was sie gesagt haben und lassen sie sich nicht durcheinander bringen. Ich komme noch einmal wieder."

      Ich drehte mich herum und verließ die Zelle, lächelte Falk ein gezwungenes Lächeln entgegen und sagte nichts mehr bis wir vor der Ausgangstür standen, dort drehte ich mich noch mal herum.

      "EFür wann ist die Verhandlung angesetzt?"

      "In zwei Tagen, sie ist schuldig, wenn sich nichts ergibt. Und vielleicht ist sie dann immer noch schuldig, du weißt warum."

      "Ja, ich weiß."

      Ich verließ die Wache, ich brauchte frische Luft.
      Nur Pessimisten schmieden das Eisen, solange es heiß ist. Optimisten vertrauen darauf, daß es nicht erkaltet.

      Ein :beat: liches :hug: für alle!

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    • Mir war schlecht. Da saß ein Mädchen unschuldig, zumindest
      ging ich fest davon aus dass sie unschuldig war, im Gefängniss und musste auf
      ihre Verhandlung warten und so wie ich den Adel kannte, konnte sie so rein wie
      eine Daunenfeder sein, sie würde das Bauernopfer bleiben und der Adel hatte mal
      wieder seinen Tribut gefordert. Ich hätte jetzt etwas starkes gebraucht um mich
      darin zu versenken, doch ich hatte nur zwei Tage Zeit um ihr aus diesem Loch
      heraus zu helfen. So wie ich die Sache einschätzte, war ihr Luxus, wenn man das
      so nennen konnte, Falk zu verdanken, denn auch er glaubte an ihre Unschuld, ich
      sah es in seinen Augen doch ihm waren die Hände noch mehr gebunden als mir.

      Ich musste mich erstmal sammeln und mein weiteres vorgehen
      überdenken. Ich wollte seit damals nie wieder etwas mit dem Adel zu tun haben,
      doch manchmal ist das Leben eben nicht so wie man es sich vorstellt. Ich machte
      mich also wieder auf den Weg nach Hause um mir dort nach einem guten Schluck
      meine Gedanken zu machen. Die Nacht war fast vorbei und die Strasse glänzte vor
      regen. Es war ganz schön Wasser vom Himmel gefallen aber wenigstens roch die
      Luft jetzt wieder frisch. Ich mochte die frühen Morgenstunden nach einem
      klärenden Regenguss. Die Luft war rein, die Strassen sauber, kaum Menschen
      trauten sich auf die Strasse oder sie lagen noch in den Betten oder gingen
      gerade hinein. Die Stadt kam einem vor wie menschenleer, wie ein
      unbeschriebenes Blatt. Langsam wurde es heller und der Morgen graute. Es wurde
      Zeit, dass auch ich ins Bett ging, der Tag war nicht meine Zeit, noch nie
      gewesen.

      Ich kam zuhause an, traf niemanden im Gebäude und machte
      mich auf um in meinem Stockwerk meine kleine Mansarde aufzusuchen. Als ich
      ankam, war die Tür nur angelehnt. Alle meine Sinne arbeiteten von einer Sekunde
      auf die andere auf Hochtouren. Ich hatte die Tür nicht offen gelassen, das
      wusste ich ganz genau also war jemand da gewesen, oder war vielleicht noch da.
      Im Zimmer war zu wenig Platz um groß mit dem Rapier zu arbeiten, deshalb holte
      ich einen Wurfdolch aus meinem Stiefelschaft und machte mich bereit. Ich
      öffnete ganz langsam die Tür und lugte in den Wohnraum. Niemand, auch kein
      Zeichen von irgendjemandem. Eine kleine Kochstelle war rechts im Wohnbereich
      durch einen Vorhang abgetrennt, Die Kochstelle bestand aus einem Ofen mit einer
      Kochplatte obenauf, für mich reichte es. Ich schlich also durch den Wohnraum,
      konnte den Kochbereich einsehen blieb nur noch ein Zimmer, das ich
      kontrollieren musste, mein Schlafzimmer. Massimo war mir noch gar nicht entgegen
      gekommen. Wenn sie meinem Kater etwas angetan hatten, dann Gnade ihnen die
      Götter, ich nicht. Ich überwand die Entfernung zu meinem Schlafzimmer lautlos,
      die Tür war ebenfalls angelehnt, und drückte diese langsam auf, immer darauf
      Bedacht, die Tür wieder so schnell wie möglich zwischen mich und meine etwaigen
      Angreifer zu bringen, doch das Bild dass sich mir bot hatte nichts bedrohliches
      an sich.

      „Guten Morgen Signore Sallessar, sind sie schlauer als noch
      vor ein paar Stunden?“

      ‚Laura’ saß dort auf meiner Bettkante und streichelte
      Massimo, der es sich gefallen ließ.

      „Guten Morgen, Madame … Cigno, wenn ich richtig liege.“

      Ein leichtes heben ihrer Augenbraue war alles was diese
      Enthüllung ihr entlockte.

      „Sehr gut! Ich habe doch die richtige Wahl getroffen. Was
      konnte Audrey Ihnen sagen?“

      „Nein, Madame, so läuft das nicht, ich stelle die Fragen.
      Wer genau sind sie? Was genau ist passiert und warum ich? Hätten sie nicht
      bessere Mittel und Wege gehabt?“

      „Gut, ein wenig Vertrauensvorschuss bekommen sie von mir.
      Ich bin Maria Cigno, die Schwester der Gräfin Franca Rosa Cigno. Die Gräfin ist
      entführt worden und Audrey, die arme Audrey ist Verdächtigt worden, solch ein
      Schwachsinn. Also habe ich Nachforschungen angestellt und ein gemeinsamer
      Bekannter hat sie mir schweren Herzens empfohlen. Da ich von Ihm wusste, wie
      sie auf den Adel reagieren, war ich Laura.“

      „Sie hatten Glück, dass ich das Geld brauchte, sonst wären
      sie nicht lange geblieben.“

      „Sei’s drum, haben sie schon Hinweise oder Anhaltspunkte?“

      Nein, noch nicht, sie sind die erste die davon erfährt, und
      jetzt muss ich sie bitten, meine Wohnung zu verlassen. Ich werde mich nun
      umziehen und das Bett aufsuchen, welches sie und mein verräterischer Kater
      besetzen. Ich nehme keine Rücksicht.“

      Ich drehte mich herum, öffnete die Jacke und zog die Stiefel
      aus. Ich knöpfte mein Hemd auf, als ich mich jedoch herumdrehte hatte sie sich
      kein Stück bewegt, ja sie hatte sogar aufgehört Massimo zu streicheln, was
      dieser ungehalten zur Kenntnis nahm. Ich zog das Hemd aus und in ihren Augen
      glomm etwas auf, etwas, dass ich auf keinen Fall wecken wollte.

      „Madame, darf ich sie bitten, verlassen sie meine Wohnung.“

      Ich reichte ihr meine Hand, und sie ließ sich widerwillig
      zur Tür führen. Als ich die Tür hinter ihr geschlossen hatte, ließ ich mich
      dagegen sinken und hatte das Gefühl als hörte ich von der anderen Seite das
      gleiche Geräusch. Mir waren ihre Reize keinesfalls entgangen, ihr Dekoltee, das
      Knie, das unter dem Rock hervorlugte, als sie sich auf dem Bett bewegt hatte,
      die Schulter die Sichtbar war als sie aufgestanden war und ihre wundervollen
      dunklen grossen Augen, die mich so interessiert beobachtet hatten. Das konnte
      nur schlimm enden…
      Nur Pessimisten schmieden das Eisen, solange es heiß ist. Optimisten vertrauen darauf, daß es nicht erkaltet.

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    • Ich hatte mich die halbe Zeit im Bett herum gewälzt, die Decke auf mir, dann neben mir, auf der Seite oder auf dem Rücken, ich fand keine Ruhe. Ihr Parfüm lag noch in der Luft, und da der Tag wieder heiß und sehr windstill war, fand es auch nicht den Weg aus meiner Mansarde. Massimo sah mich nicht an und ging mir aus dem Weg, blöde Kater, woher sollte er auch wissen, das es nicht besser für ihn ausgesehen hätte, wenn sie geblieben wäre. Also machte er mich dafür verantwortlich, dass die zarten ihn liebkosenden Frauenhände nach meiner Ankunft nicht mehr zur Verfügung standen. Ich konnte damit leben und der Umstand, dass er mich in Ruhe ließ sprach für ihn. Nicht das es etwas genutzt hätte, wenn er seine entgangenen Streicheleinheiten von mir zurückgefordert hätte. Ich hätte ihn nicht gestreichelt und schlimmer konnte er es nicht machen. Als ich nach vier Stunden Bettbezug zerwühlen endlich in unruhigen Schlaf gefallen war, blieb die Erholung leider aus. Ich sah sie, wie sie da auf meinem Bett saß und keck auf mich geblickt hatte. Ihre Schulter freigelegt, weil der Träger heruntergerutscht war. Sie war sich diesen Umstandes gar nicht bewusst gewesen, aber ich umso mehr. Ihre Augen, die Stimme. Meine Träume waren angefüllt von ihr und ihr Mund flüsterte mir kleine Geheimnisse in mein Ohr, so leise, dass ihr Atem mein Ohr kitzelte. Ich rollte mich herum und die Traumfrau zog sich kurz zurück um sich meinem anderen Ohr zu widmen. Sie näherte sich und flüsterte erneut, wenn ich doch verstand was sie sagte, dann merkte ich ein zarte Berührung an meinem Ohrläppchen, etwas strich sehr sanft darüber, mein Körper durchzuckten tausend Blitze, bis ich realisierte, dass die Berührung von sanft überging zu fordernd und die imaginäre Zunge sich in die Reibeisen Zunge meines Katers verwandelte, der seine schlechte Laune zugunsten eines Mahles über Bord geworfen hatte und mich scheinbar seit ein paar Minuten versuchte aufzuwecken.

      „Massimo, weg! Du kannst einem auch alles verderben, ja! Du brauchst gar nicht so zu gucken! Genau DU!“

      Der Kater quittierte dies mit einem uninteressierten Gesichtsausdruck und einem fordernden Miauen, außerdem lief er mir in die Küche vor. Ich bequemte mich auf und folgte ihm um ihm etwas von dem Fleisch zu geben, das ich noch übrig hatte, nicht ohne mir selbst noch etwas davon zu nehmen.

      In was hatte ich mich da nur wieder reinmanövriert. Ich musste etwas über die Cignos herausfinden, wußte auch schon, wo ich da fragen konnte. Ich würde einige Gefallen einholen müssen, um ein Motiv zu erstellen, Fürstentöchter waren meist viel zu ignorant für die Intrigen die in ihrer Umgebung gespielt wurden, als dass ich Maria danach fragen konnte und wenn ich ganz ehrlich war, so konnte ich in ihrer Gegenwart nicht vernünftig arbeiten, sie war viel zu verwirrend. Also, nachdem ich aufgegessen hatte und mich gewaschen und angezogen hatte, machte ich mich auf meine Mansarde zu verlassen und trat auf den Flur.
      Plötzlich schoss Massimo zwischen meinem Füßen durch und ich beugte mich zur Seite um nicht auf ihn zu treten, dann warf mich ein Schlag gegen die linke Schulter zurück in den Raum. Ich wusste nicht was mich getroffen hatte, hörte jedoch Schritte auf dem Gang. Ich rappelte mich auf und lief hinaus, im Laufen mein Rapier ziehend. Ich sah einen leichten, braunen Sommerumhang die Treppe hinabwehen wie ein Blatt im Sturm, und beeilte mich ihm hinterher zu kommen, konnte jedoch meinen linken Arm kaum gebrauchen und meine Hand wurde glitschig. Ich bemerkte, da das Adrenalin sich langsam in meinem Körper verteilte auch warum ich meine Linke Seite nicht richtig verwenden konnte, durfte mich aber nicht aufhalten lassen, nicht jetzt. Die Leute machten meinem Ziel Platz, und ich lief durch die Gasse sie er gebildet hatte. Mein Rapier verließ meine Hand und wurde durch einen Wurfdolch ersetzt, der Schmerz klopfte an mein Bewusstsein und der Blutverlust verlieh meiner Sicht eine rote Aura. Ich mobilisierte sie letzten Reserven, rannte schneller und als der Mann um eine Ecke biegen wollte, nahm ich die Gelegenheit war, blieb stehen und warf das Messer in einer, durch jahrelange Übung gelernten, Bewegung gezielt in seine Richtung. Es verfehlte ihn beinahe, die Klinge, die ich immer sehr scharf hielt, streifte seine Wange, als er sich nach mir umsah und hinterließ einen klaffenden Strich Rot auf seiner Wange. Ich hatte ihn
      Nur Pessimisten schmieden das Eisen, solange es heiß ist. Optimisten vertrauen darauf, daß es nicht erkaltet.

      Ein :beat: liches :hug: für alle!

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    • Ich hatte ihn gezeichnet.

      Ich ging zurück, besser, ich humpelte. Mein Wurfmesser war in einem Türrahmen steckengeblieben, mein Rapier sammelte ich auf dem Rückweg ein, ich würde Zeit verlieren, das war mir klar, aber ich musste mich um mich kümmern. Das war geplant, was unschwer zu erkennen war, er hatte gewartet. Ich hatte in ein Wespennest gestochen, ohne mich vorher abgesichert zu haben. Meine Umgebung verschwamm zusehends, ich musste schnell zurück und jemanden schicken Grigorio zu holen, der hatte mich schon öfter zusammengeflickt. Ich hörte nur noch gedämpft was um mich herum vorging, kam in das Haus und bemerkte wie mit mir geredet wurde. Jemand berührte mich.

      „Pasquale...Götter ihr.....blass!“

      Luft wurde eingesogen.

      „Eure Schulter, was...passiert. Ich helfe euch! Pasqu....e! Pasquale, seht mich an!“

      Die Stimme wurde quängelig, ich sah nur einen verschwommenen Umriss und wusste nicht, wer das war hatte aber eine Leise Idee, da der helle Fleck, der ihr Gesicht war, von flüssigem Feuer umrahmt war. Das konnte nicht sein, was sollte sie hier wollen, aber wenn sie es war, dann sah sie sogar jetzt, vollständig verschwommen, mit sorgenvoller Miene schön aus. Ich wurde in mein Zimmer geführt, betrat mein Schlafzimmer. Ich hatte Kopfschmerzen, mein Hemd klebte an meiner Brust, Mein Hosenbund war feucht vom Blut. Ich wurde auf das Bett verfrachtet und der Hose entledigt, ich hatte keine Kraft zu protestieren.
      Hörte ich sie Schluchzen?
      Das letzte woran ich mich erinnerte war, dass ich sagte

      „Ich hoffe, Grigorio muss keine Widerhaken herausschneiden, das gibt Narben!“

      Dann sank ich in eine umfassende Bewusstlosigkeit hinab, nackt, mein Bett voll blutend, mit der Frau neben mir, die mir mit ihrer puren Anwesenheit Schauer über den Körper jagte und einem Armbrustbolzen in der Schulter.
      Nur Pessimisten schmieden das Eisen, solange es heiß ist. Optimisten vertrauen darauf, daß es nicht erkaltet.

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    • Als ich meine Augen wieder wach wurde war es bereits Nacht, ich hatte den ganzen Nachmittag verloren. Ich dachte nach und langsam kam die Erinnerung. Mir war aufgelauert worden, hatte einen Armbrustbolzen...der Bolzen, ich fasste mir an die Schulter und fühlte frischen Verband. Was war passiert, die Erinnerung so war verschwommen wie Tinte in einem Wasserglas. Ich hielt die Augen noch ein wenig geschlossen und versuchte mich zu erinnern, doch nach der Verfolgung des Schützen war alles undeutlich. Ich gab es auf, die Erinnerung wollte sich nicht einstellen. Da es nichts brachte, stand ich auf, leider hatte ich nicht an meine Schulter gedacht, die sich natürlich direkt zu Wort meldete. Ich biss mir auf die Zunge und mein Magen rebellierte aufgrund des Schmerzes. Das würde seine Zeit brauchen und davon hatte ich im Moment nicht genug. Ich verbrachte die nächsten zehn Minuten damit, meinen geringen Mageninhalt da zu behalten, wo er gerade war und meinen Blick wieder zu klären. Ich stand auf und atmete konzentriert durch die Nase. Die Küche war mein Ziel um etwas zu trinken, mein Mund war trocken und das Schlucken machte mir Probleme. Ich kam in den Raum und erlebte die nächste Überraschung. Über den Tisch verteilt lag eine rote Haarpracht, unter dem Kopf lugte ein Ellbogen hervor auf dem der hübsche Kopf ruhte. Ich stand da und sah sie an, total perplex. Sie hatte ihr Kleid ausgezogen und in eine Ecke des Raumes gehängt. Da saß sie, in meinem Raum, nur mit ihrem Unterrock bekleidet, der von meinem Blut verschmutzt war. Sie schlief und hatte die ganze Zeit hier bei mir gewacht. Ich wusste nicht was ich sagen, was ich denken sollte. Mir rauschte das Blut in den Ohren und mein geschundener Körper reagierte auf andere im Moment sehr verstörende Weise. Ich schüttelte leicht den Kopf und schlich mich an ihr vorbei Richtung des Ofens. Einen Kelch Wasser und ein leise in Gang gebrachtes Feuer später lehnte ich mich mit der rechten Schulter in meinen Türrahmen und wurde nicht Müde meinen Besuch zu beobachten. Das Feuer begann im Ofen zu Knistern, also stellte ich eine Kanne auf die Platte und machte Kaffee.
      Nur Pessimisten schmieden das Eisen, solange es heiß ist. Optimisten vertrauen darauf, daß es nicht erkaltet.

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    • Ich versuchte so leise wie möglich vorzugehen, doch als ich mich umdrehte um zum Tisch zu gehen sahen mich zwei Smaragde an und beobachteten jede meiner Bewegungen mit einem Blick, den zu deuten ich momentan nicht in der Verfassung war. Mir wurde warm in der Magengegend und ich brach den Augenkontakt ab und sagte mir, dass es keinen Sinn hatte, dass ich mir keine Hoffnung zu machen brauche, dass es nie etwas zwischen mir und einer Adeligen geben würde das für länger hielte. Ich stellte den Kaffee auf den Tisch und setzte mich neben sie. Minutenlang wurde kein Wort gesprochen, dann setzten wir beide an, dann sagte wieder niemand etwas.
      „Kaffee?“ fragte ich.
      „Gerne!“
      Ich griff nach der Kaffeekanne, doch ich kam gar nicht so weit, ich verzog das Gesicht vor Schmerz und zog den Arm wieder zurück. Ihr Gesichtsausdruck änderte sich in Sekundenbruchteilen ich glaubte erkennen darin gelesen zu haben, dann Sorgen, sie sprang so schnell auf, dass der Stuhl hinter ihr umfiel und kam herüber zu mir.

      „Es tut mir leid, ich habe es für den Moment vergessen als ich dich eben nach dem Aufwachen gesehen habe, dass du Kaffee machst, ich musste dich beobachten, ich....“

      Sie verstummte und sah mich an, ihre Unterlippe klemmte zwischen ihren Zähnen. Ich wusste nicht wie ich reagieren sollte und sie wusste nicht was sie machen sollte. Ich lächelte sie an und wies auf die Kaffeekanne.

      „Wie wäre es mit einer Tasse Kaffee und dann sehen wir weiter.“

      „Du solltest noch gar nicht aufstehen, du hattest einen Bolzen in der Schulter. Grigorio hat eine ganze Stunde an dir herum geschnitten und einen Widerhaken herausschneiden müssen“, ihre Augen wurden glasig, als sie mir das erzählte,“ du hast soviel Blut verloren, du warst so blass, doch du hast gekämpft. Ich war da, ich hab geholfen und habe deine Hand gehalten, Ich wusste nicht was ich sonst tun sollte. Als Grigorio ging sagte er du bräuchtest Ruhe.“
      Ihr kullerten die ersten Tränen über die Wange, sie versuchte sie zurückzuhalten, doch es gelang ihr nicht wirklich. Ich nahm sie in den Arm, und legte ihren Kopf an meine Schulter. Meine Hand hielt ihre Hüfte und mit der anderen strich ich ihr über die rote Haarpracht.
      „Sch, sch, sch, ruhig, es gibt keinen Grund zu Weinen. Mir sind schon schlimmere Dinge widerfahren, als ein Armbrustbolzen.“
      Nur Pessimisten schmieden das Eisen, solange es heiß ist. Optimisten vertrauen darauf, daß es nicht erkaltet.

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    • Sie umarmte mich und ihr Mauern brachen ein. Sie schluchzte leise an meiner Schulter.

      „Ich bin Schuld, ich habe dir weh getan, weil ich dich beauftragt hatte. Ich wußte ja nicht, ich konnte ja nicht ahnen, das du so, dass ich mich....“
      Der Rest ging in einem neuerlichen Weinen unter.
      Als sie sich beruhigt hatte nahm ich ihr Gesicht in die Hände, küsste ihr die Stirn und wischte die Tränen weg. Sie war ruhiger. Wir wärmten den Kaffee auf dem Ofen nochmal auf, nachdem sie Holz nachgelegt hatte und setzten uns dann am Tisch gegenüber.
      „Wirst du nicht vermisst werden zuhause?“
      „Ich habe gesagt ich bleibe bei einer Freundin. Sie weiß nicht wo ich bin, wird mich aber decken, falls meine Eltern einen Boten schicken.“
      „Du kannst nicht hierbleiben, das ist viel zu gefährlich für dich. Du siehst ja, was mit mir passiert ist, ich kann es mir nicht leisten, dass du verletzt wirst.“
      Diese Aussage brachte mir einen bösen Blick ein und die ihre Stimmung sank um ein paar Grad. Weiter ließ sie sich aber nichts anmerken.
      „Du kannst noch bleiben, wir müssen darüber reden, was der Anschlag für Konsequenzen hat. Was damit bezweckt werden soll, ist nicht schwer zu erraten, ich soll daran gehindert werden Nachforschungen einzuholen und vielleicht jemanden zu entlarven. Außerdem muss Der- oder Diejenige Geld zur Verfügung haben, so ein gedungener Mörder ist nicht billig, ein Dilettant ist nicht vertrauenswürdig und das Ergebnis ist zu unsicher. Also habe ich Feinde in höheren Stellungen, als wenn mir diese Situation nicht irgendwie bekannt vorkäme.“
      Ich rollte die Augen und strich geistesabwesend über meinen Verband, während sich Theorien und Gegentheoren in meinem Kopf bildeten.
      „Du hast auch Verbündete in höheren Stellungen.“
      Sie lächelte und mein Blick wurde weich als ich ihr Strahlen bemerkte, doch ich verschloss gewaltsam mein Herz, das konnte nicht gut enden. Ich war Ihr dankbar, aber ich konnte mir nicht mehr leisten, mit meiner Geschichte. Sie bemerkte die Veränderungen in meinem Blick und ihr Gesicht verhärtete sich, ich sah, wie sie mauern aufbaute und sich zurückzog. Einerseits war ich froh darum, andererseits schrie ein Teil von mir innerlich auf und wollte die Mauern direkt wieder einreißen um das Strahlen wieder auf ihr Gesicht zu zaubern.
      „Ich kann nicht. Nicht jetzt und vielleicht nie.“
      sagte ich so sanft wie möglich.
      „Ihr wisst nichts von mir, Baroness Cigna. Macht euch nicht unglücklich. Ich bin es nicht wert, ihr seid bei mir in großer Gefahr und ich kann nicht riskieren, euch zu verlieren!“
      Nicht auch noch dachte ich bei mir, verdrängte den Gedanken aber wieder in die Ecke aus der er aufgetaucht war. Sie hatte erneut Tränen in den Augen, diesmal sprach jedoch eine Mischung von Wut und Trauer aus ihrer Mimik.
      „Verlöret ihr mich, werter Herr, verlöret ihr euren Geldgeber. Ich bin dessen gewahr, glaubt mir. Ich denke ich werde euren Rat annehmen und euch nun Verlassen. Bemüht euch nicht, mich zu begleiten in eurem Zustand, ich finde den Weg selbst!“
      Sie stieg in ihr Kleid, packte den Reifrock unter den Arm und verließ meine Mansarde. And der Tür blieb sie stehen, blickte nicht zurück, senkte den Kopf und sagte
      „Gehabt euch wohl, Pasquale Salessar. Ob wir uns wiedersehen steht in den Sternen.“
      Damit verließ sie mich, und nahm ein Stück meines Herzens mit, ohne dass ich es verhindern konnte. Meine Wunde würde heilen, doch die Blutung konnte nicht mehr gestoppt werden.
      Nur Pessimisten schmieden das Eisen, solange es heiß ist. Optimisten vertrauen darauf, daß es nicht erkaltet.

      Ein :beat: liches :hug: für alle!

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    • nachdem ich die nächste eins im Examen erreicht habe, die Ideen sprißen wieder, ich muss sie gießen und zurückhalten, damit ich mich auf das Lernen konzentrieren kann, dann kann ich ihnen freien Lauf lassen.


      „Worte sind wild, frei, unverantwortlich und nicht zu lehren. Natürlich kann man sie einfangen, einsortieren und sie in alphabetischer Reihenfolge in Wörterbücher stecken. Aber dort leben sie nicht.“
      Virginia Woolf
    • Es hat fünf Jahre gedauert, heute abend hatte ich einen Schreibschub, hier der nchste Teil. Wenn euch die Schreibweise zu schwirig erscheint, dann bitte sagen, ich bin hier wieder im Präsens geblieben und ich glaube es ist mir gelungen.


      „Na Massimo, da haben wir uns aber in eine ganz schön blöde
      Situation hineingearbeitet, nicht wahr?“
      Mein Kater ignoriert mich, geschieht mir ganz recht. Warum muss ich
      mir auch immer solche Probleme an Land ziehen. Ich denke der Kater
      ist immer noch beleidigt, weil ich ihn um die Liebkosung einer
      zarten Frau gebracht habe. Was soll ich machen. Ich habe einen
      halben Tag verloren, wenn ich Audrey of Kirkwall aus dem Gefängnis
      holen will, muss ich mich wohl oder übel aufraffen und beginnen die
      ein oder andere Information zu beschaffen.
      Wenn ich so darüber nachdenke, bleiben nicht viele Plätze, an die
      ich gehen kann. Audrey ist eine Sackgasse, sie weiß nichts, was
      mich weiterbringen könnte. Ich weiß, dass es die Cignas sind, um
      die es geht. Das nur ich es weiß kann nur bedeuten, dass die
      Familie noch die Hand auf den Informationen hält um keinen Skandal
      in Porto auszulösen. Wie ich die Adeligen doch verachte.
      Ich könnte auf der Straße versuche etwas über den Attentäter
      herauszufinden, ob das von Erfolg gekrönt ist bleibt abzuwarten,
      aber zumindest hätte ich keine Spur ignoriert. Also los Pasquale,
      hier sitzen und der Frau hinterher trauern wird dich nicht
      weiterbringen. Ich muss runter auf die Straße und meine Kontakte
      spielen lassen. Ich packe also meine Sachen, meine Messer und mein
      Rapier, ziehe neue Kleidung und begebe mich auf die Pirsch. Der Tag
      ist wunderschön und neigt sich auch bald schon dem Abend zu. Ich
      habe stundenlang bewusstlos in meinem Bett gelegen. Die Straßen
      sind trocken, nichts mehr zu sehen von dem Regen der letzten Nacht.
      Ich überquere den Marktplatz um mich den etwas zwielichtigeren
      Gefilden der Stadt zu nähern. Ich werde heute Abend ein paar
      Bekannte besuchen.
      Als ich in Il Splendore ankomme, der Vergnügungsmeile Porto di
      Fortunas erwartet mich bereits ein Feuer aus Licht und Lärm. Die
      Tavernen sind geöffnet und die Bürger sitzen neben Gästen und
      Besuchern auf den Bänken, die auf der Piazza aufgestellt wurden.
      Die Getränke fließen in strömen und die Freudenmädchen mischen
      sich unter das Volk um ihrem Lebensunterhalt nachzugehen. Ich lasse
      mich einen Moment lang von der mich umgebenden Euphorie treiben,
      gleite hierhin und dahin mit dem Strom und erlaube mir auch, von den
      angebotenen Getränken zu trinken. Meinen Kontakt habe ich bisher
      noch nicht gesehen, es kann aber nicht mehr lang dauern. Ich habe
      den Bereich erreicht, in dem Mauro normalerweise aktiv ist.
      Mauro ist ein kleiner Gauner, wenn er nicht gerade seinen Charme
      spielen lässt um sich von den Fremden aushalten zu lassen, nutzt er
      doch ihre Großzügigkeit und ihre Leichtgläubigkeit aus um seine
      Geldbörse zu füllen. Kaum geht mir der Gedanke durch den Kopf, als
      ich Mauros schwarzen Krauskopf neben einer recht blass wirkenden
      Falkenländerin sehe. Sie sieht so aus, als hätte sie ihm schon
      mehr als ein Getränk spendiert und unfreiwillig auch noch mehr,
      wenn ich die Situation richtig deute.
      Ich setze mich neben meinen Informanten.
      „Mauro, alter Freund, möchtest du mir nicht deine neue Freundin
      vorstellen, oder soll ich das übernehmen?“
      „Pasquale, wie erfreut ich doch bin, dich hier zu treffen!“
      Sein Gesicht straft seine Worte Lügen. Er hätte nicht anders
      aussehen können, wenn ihm gerade jemand gesagt hätte, dass er nur
      noch zwei Stunden zu Leben hätte.
      „Das hier ist Helga. Sie ist mehrere Tage hier und möchte
      heute Abend etwas Spaß haben, nicht wahr meine blasshäutige
      Fremde?“
      „Ja, stimmt. Wer ist dein Freund, möchte er sich auch zu uns
      setzen?“
      „Nein, keine Sorgen Pasquale möchte mich nur kurz etwas fragen
      und ist dann wieder verschwunden, nicht wahr Pasquale“
      „Natürlich“, bestätige ich Mauro und erhebe mich um dem Lärm
      und dem Menschentrubel etwas zu entkommen.
      Mauro kommt kurze Zeit später nahc.
      „Was willst du?“ fragte er ungehalten.
      „Warum so schlecht gelaunt, Mauro. Ich habe eine oder zwei Fragen
      und dann bin ich wieder weg.“, ich lächle mein einehmendstes
      Lächeln.
      „Dann frag!“, grummelig lehnt er sich gegen die Hauswand.
      Nur Pessimisten schmieden das Eisen, solange es heiß ist. Optimisten vertrauen darauf, daß es nicht erkaltet.

      Ein :beat: liches :hug: für alle!

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    • „Was weißt du über die Cignos?“
      „Die Cignos, du suchst dir aber auch immer die schönsten
      Wespennester aus, oder?“
      „Warum?“
      „Die Cignos sind erst vor kurzem im Ansehen des Adels aufgestiegen
      durch harte Arbeit und intelligente Bündnisverhandlungen zwischen
      den Häusern. Die Alten Grafen haben sich zurück gezogen und ziehen
      aus dem Hintergrund die Fäden. Die älteste Tochter Franca Rosa ist
      im heiratsfähigen Alter hat aber bisher alle Avancen aufgrund der
      politischen Verwicklungen abgewiesen und scheint damit sehr
      glücklich und in bestimmten Kreisen auch beliebt für ihre
      Hartnäckigkeit zu sein. Viele achten sie aufgrund ihrer
      Durchsetzungskraft und sie ist eine Person, die einen Raum zum
      Strahlen bringen kann. Ihre jüngere Schwester, das zweite Kind ist
      mit nahezu legendären, roten Haaren geboren und ist das
      Nesthäkchen. Ihre Ausstrahlung ist noch nicht mit der ihrer
      Schwester vergleichbar, aber wenn sie einmal merkt welche Wirkung
      sie auf alle Anwesenden hat, wird sie ihre Schwester
      gesellschaftlich noch bei weitem überflügeln. Sie hat aber bisher
      keine Ambitionen gezeigt sich überhaupt für die feine Gesellschaft
      zu interessieren.“
      Er macht eine kleine Pause um mich zu mustern, dann hebt er die
      Augenbrauen und zuckt mit den Schultern.
      Ich sehe nachdenklich auf meinen Informanten und möchte wissen,
      „Wie sieht es mit Feinden aus?““
      „Pasquale, wir reden über die feine Gesellschaft, das ist ein
      Haifischbecken.“
      „Das weiß ich, ich meine im besonderen.“
      „Naja, ihr schneller Aufstieg in der Hierarchie ist natürlich
      nicht ohne Neider geblieben. Lass mich kurz nachdenken.“
      Er macht ein nachdenkliches Gesicht, zieht die Stirn in Falten und
      schiebt seine Hand mit der offenen Handfläche nach oben zu mir
      hinüber. Ich verdrehe die Augen, den Wink habe ich verstanden. Ein
      kleiner Beutel Münzen wechselt unauffällig den Besitzer. Sein
      Gesicht hellt sich kurz auf, dann entspannt sich seine Haltung ein
      wenig.
      „Also, bei ihrem Aufstieg haben die Cignos, und hier speziell
      Franca Rosa Cigno, die Corellis mehr als einmal vor den Kopf
      gestoßen. Man muss zu ihrer Verteidigung sagen oftmals
      unabsichtlich. Es liegt einfach in der Sache, dass im Spiel des
      Adels jeder etwas zu verlieren hat. Der Aufstieg der Familie Cigno
      war da nur das Ende einer langen Reihe von Demütigungen, die die
      Corellis aufgrund schlechter Positionierungen hinnehmen mussten.
      Wenn du also von Feinden redest, so wird dem geneigten Beobachter
      der Kehrseite des Ränkespiels schnell bewusst, das zwischen den
      Corellis und den Cignos keine Liebe vergeben ist.“
      Das waren neue Informationen für mich, ich habe mich schon länger
      aus Adelskreisen zurückgezogen und will auch nichts mehr damit zu
      tun haben. Nun bin ich wieder mittendrin und es gibt nichts
      wichtigeres als Informationen, auch wenn diese nicht günstig sind.
      Ein weiterer Beutel mit Geld wechselt den Besitzer, diesmal wird der
      Empfang mit einem ungläubigen Blick quittiert.
      „Wofür denn das?“
      Ich grinse Mauro an.
      „Einerseits als kleines Dankeschön, dass du mich auf den
      neuesten Stand gebracht hast, zum anderen möchte ich, dass du deine
      Ohren offen hältst nach etwaigen Söldnern, die in der Stadt sind
      und sich für schmutzige Geschäfte verdingen. Wenn du etwas
      herausfinden solltest, weißt du, wie du mich kontaktieren kannst.“
      „Söldner?“
      Ich zeige ihm meine Schulter, indem ich mein Hemd kurz öffne und es
      auf der linken Seite herunterlasse.
      „Jemand ist gut darin Pfeil und Bogen oder Handarmbrüste zu
      verwenden. Ich habe mich auf der falschen Seite davon gefunden. Ich
      würde gerne wissen, wem ich die Rechnung schicken kann. derjenige
      hat auf der rechten Wange einen Schnitt, es sollte also nicht zu
      schwierig sein, ihn ausfindig zu machen.“
      „Ich halte die Augen offen, mein Freund!“
      „Gut, danke dir. Wenn ich fertig bin, werde ich dich mit
      Informationen versorgen, im Moment kann ich dies noch nicht, da ich
      noch mittendrin stecke und meine Klienten schützen muss. Nun kannst
      du zu Helga zurückkehren, sie wird dich sicher schon vermissen.“
      Meine letzte Bemerkung wird mit einem hämischen Grinsen quittiert
      und ich wende mich ab. Die Nacht ist vollständig aufgezogen und die
      Straßen sind dunkel. ich werde wohl mal bei den Corellis
      vorbeischauen müssen, vielleicht ist in der Dienerschaft etwas zu
      erfahren, leider wird das heute nichts mehr werden. Also kehre ich
      nach hause zurück, morgen werde ich wohl oder übel den Tag nutzen
      müssen, denn übermorgen muss ich irgendetwas aufwarten können um
      die Hinrichtung von Audrey zu verschieben, oder zu verhindern.

      Als ich nach hause komme empfängt mich bereits im Flur ein mir
      bekannter Duft. Ich bin zerrissen zwischen Vorfreude und brennender
      Wut. Kann sie denn nicht hören, merkt sie nicht, dass sie hier
      nichts verloren hat, das ich nur interessant bin, weil ich die Aura
      der Gefahr um mich habe. vielleicht tue ich ihr ja unrecht, aber sie
      verkompliziert meine Nachforschungen mit ihrem ständigen
      erscheinen. Ich atme tief durch und betrete meine Mansarde. Im
      meinem Schlafzimmer finde ich sie, bekleidet mit einem Straßenkleid
      teurer Machart, meinen Kater, den Verräter, fest umarmend. Sie
      schläft und sie ist so wunderschön. Ihr Gesicht unverzerrt von den
      Sorgen des Alltags, ihre Haare wie ein Schimmer von Kupfer um ihren
      Kopf. Die ihre kleinen Füße sind in meine Decke verwickelt und
      ihre Nase steckt im Fell Massimos.
      Ich setze mich an den Rand des Bettes und sehe ihr beim schlafen zu.
      Sie muss etwas bemerkt haben, denn ihre Augenbrauen zucken auf ihren
      Gesicht. Das Atmen wird leicht unregelmäßiger und ihre Lider
      öffnen sich flatternd.
      „Guten Morgen Maria.“
      sie schreckt kurz auf, beruhigt sich aber sofort wieder, der Kater
      wirft mir einen vernichtenden Blick zu und trollt sich aus dem Bett.
      „Es scheint zu einer Gewohnheit zu werden, dass sie mich
      aufsuchen. Ihre Eltern werden sicher außer sich sein vor Angst. Ist
      mein einfaches Bett denn soviel bequemer als ihres im Grafenpalast
      der Cigno?“
      „Lassen Sie die Häme Pasquale. Ich kam her um nach dem rechten zu
      sehen, da sie fast in meinen Armen verblutet wären. Aber als ich
      einmal hier war, und sie nicht, dachte ich, ich könnte meine
      Freundschaft zu ihrem Kater vertiefen, wenigstens einer, der mich so
      liebt wie ich bin.“
      Einen kurzen Moment bin ich sprachlos, dann senke ich den Blick zu
      Boden.
      „Ich bin geschmeichelt von Ihrer Fürsorge, doch sie müssen damit
      aufhören. sie verkomplizieren den Auftrag. Ich kann nicht ihre
      Schwester suchen und auf sie aufpassen.“
      Dunkle Gewitterwolken ziehen in ihr Gesicht, schon wieder.
      „Ich kann sehr gut auf mich selbst aufpassen, was man von Ihnen ja
      scheibar nicht behaupten kann!“
      „Touché!“
      Sie setzt sich im Bett auf und streckt sich, ich spüre etwas, das
      ich glaubte tief in mir vergraben zu haben an die Oberfläche
      spülen. ich wende mich ab.
      „Sie müssen gehen jetzt, bevor ich...“
      Sie hört auf sich zu strecken und sieht mich neugierig an. Verdammt
      noch eins, ich habe ihr interesse nur noch verstärkt, was bin ich
      doch für ein alter Esel.
      „Bevor du was?“
      „Bevor ich.....“
      Sie rückt näher, was sieht sie in mir, oder sieht sie nur das
      Spiel, die Herausforderung. Mauro sagte sie sei sich ihrer Wirkung
      nicht bewusst, aber ist sie wirklich so jung, so einfältig. Ist sie
      zu jung zu wissen was sie auslöst oder weiß sie es und spielt mit
      mir? Oder ist es vielleicht..... Nein!
      Ich stehe auf und gehe ich die Küche. Sie folgt mir.
      „Bevor du was, Paquale?“
      Ich bleibe am Fenster stehen und lehne meine Hände auf das
      Fensterbrett.
      „Bevor ich dich nicht mehr gehen lassen kann!“
      Nur Pessimisten schmieden das Eisen, solange es heiß ist. Optimisten vertrauen darauf, daß es nicht erkaltet.

      Ein :beat: liches :hug: für alle!

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    • So, ich bin durch. :D
      *tätschel* Hassu fein gemacht. ;)
      Ok, ernsthaft. Ich mag die Geschichte. Ich bin hier und da über den üblichen Kleinkram (halbe Sätze, lustige Bilder) bei nicht korrigierten Sachen gestolpert, aber das tut der Sache keinen Abbruch. Zwei Sachen sind mir im Kopf geblieben - ich war mir nicht so sicher, ob ein “Privathaushalt“ zu der Zeit locker Kaffee braut. Ich würde das eher als luxuriös einordnen. Und warum springt das Mädel nach der ersten Begegnung mit ihm in die Kiste? Gut, es wird angedeutet, dass sie ein bisschen ein Wildfang ist, aber es gab in der ersten Szene keine Anziehung zwischen den beiden, die darauf hingedeutet hätte. Und wenn man überlegt, was eine Schwangerschaft zu der Zeit bedeutet hätte ... Da hätte ich zumindest eine Andeutung der Anziehung vorher ganz gut gefunden, die das begründet.
      Aber das ist natürlich Meckern auf hohem Niveau - bei einer Rezension hätte ich gesagt, da hat jemand wild gesucht, bis er was gefunden hat. Aber ich denke, das wolltest Du ja. ;)
      »Familie ist in Terrano in der Tat eine wundervolle Sache, nicht wahr?
      Man freut sich stets über ihren liebevollen Besuch
      und verbirgt schnell die Messer an einer leicht erreichbaren Stelle,
      um sie möglichst mühelos unschädlich zu machen.«
      - Lukrezia -


      Gründerin der Aktion "Rettet die Orks" :beat:
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